Seit Studienzeiten beobachten und beklagen wir die oft himmelschreiend ungerechten Arbeits- und Bezahlungspraktiken in der Musiklandschaft. Schon lange versuchen wir, uns mit unseren Mit-Harfenistinnen und anderen Musikerkollegen zu vernetzen, um gemeinsam wenigstens im Kleinen bessere Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen. Pünktlich zum 1. Mai ist die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft für uns der logische, längst überfällige Schritt.

Die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft bietet unter anderem folgende Vorteile:

  • Rechtsberatung (z.B. betreffend Vertrag, Arbeitszeugnis, Kündigung, Mietrecht)
  • Lohnsteuerservice
  • Vergünstigte Konditionen bei vielen Versicherungen
  • Musterverträge aller Arten für Freiberufler
  • Kostenlose Weiterbildungsangebote

Vor allem aber arbeitet eine Gewerkschaft an den Punkten, die ein einzelner Musiker nicht schaffen kann: Tarifverhandlungen mit Betrieben, Verhandlungen mit politischen Entscheidungsträgern, Organisation von Demonstrationen bis hin zu Streiks.

Mitglied werden/Kosten:

Es gibt eine Ver.di Fachgruppe „Musik“, die in Sparten für alle musikalischen Berufsgruppen untergliedert ist. Auf der Internetseite steht: „Mitglied der Fachgruppe Musik können Musikschaffende aller Sparten und Genres sowie Studierende an Ausbildungsstätten für Musik werden.“
Eine Mitgliedschaft kostet in der Regel ein Prozent des Bruttoverdienstes; Rentner, Studierende und Arbeitslose zahlen weniger.
Es gibt ein Online-Formular, mit dem man seine Mitgliedschaft unkompliziert und schnell beantragen kann.

Für wen ist das sinnvoll?

MusikschullehrerInnen:

An den deutschen Musikschulen herrscht – neben vielen anderen Missständen – ein Zweiklassensystem: Auf der einen Seite Lehrkräfte mit fester und unbefristeter Stelle, auf der anderen Seite Honorarkräfte, die bei gleicher Arbeit nicht nur weniger verdienen, sondern auch viele weitere Nachteile in Kauf nehmen müssen: Sie bekommen keine Sozialversicherung, keine Unfallversicherung, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und haben keinen Kündigungsschutz.
Aber auch fest angestellte Musikschullehrer haben mit Problemen zu kämpfen, bei denen Ver.di sie unterstützen kann: Viele Musikschulen sind von Kürzungen oder Schließungen bedroht, oder sie bezahlen ihre Angestellten untertariflich.

OrchestermusikerInnen:

Ver.di kooperiert mit der Deutschen Orchestervereinigung (DOV), die sich für die Arbeitsbedingungen von Orchestermusikern einsetzt und auf diesem Gebiet in der Vergangenheit viel erreicht hat. Als freier Musiker ist man aber momentan bei Ver.di besser vertreten als beim DOV: Der DOV legt den Schwerpunkt auf die festangestellten Orchestermusiker. Auch wenn es mittlerweile Arbeitsgruppen zum Thema Aushilfen gibt, ist fraglich, wann auf diesem Gebiet etwas getan wird. Bei einer Mitgliedschaft bei Ver.di sind alle beruflichen Tätigkeiten (Mucken, Kammermusik, Unterrichten) abgedeckt.

Lehrbeauftragte:

Lehrbeauftragte an Hochschulen verdienen einen Bruchteil des Gehalts festangestellter Kollegen (nur 20-44 Prozent!). Dabei tragen sie mit ihrer Arbeit einen Großteil der Lehre und verrichten besonders an Musikhochschulen oft dieselbe Arbeit wie Professoren. Die Tarife für die Bezahlung von Lehrbeauftragten wurden vielerorts seit Jahrzehnten nicht mehr angepasst. Hier besteht dringender Handlungsbedarf!

Es gibt auch andere Gewerkschaften als Ver.di, auch Initiativen wie „Art but fair“ sind unterstützenswert. Egal wo, tut etwas! Organisiert Euch, werdet Mitglied, werdet aktiv! Und schreibt uns Eure Ideen, damit wir gemeinsam etwas erreichen können!

Laura & Daniel

2 Kommentare

  1. Uta sagt:

    Ich finde das super! Herzlichen Glückwunsch!

  2. Ulla sagt:

    Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung! Sehr professionell! Prima!

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