In unserem neuen Programm Ravel vs Debussy werden wir die Suite bergamasque von Claude Debussy spielen. Das Problem mit der Bergamasque ist, dass der Satz Clair de lune so maßlos populär ist und die anderen Sätze nahezu unbekannt (für ein nicht-pianistisches Publikum). Clair de lune hat uns schon viele lustige Momente im Konzert beschert: Unvergessen die Dame, die uns vor dem Konzert aufgeregt einen Zeitungsausschnitt unter die Nase hielt und sich beschwerte, dass sie Clair de lune nicht im Programm finden könne! Sie war nur ins Konzert gekommen, weil in unserer Biografie damals etwas von „Werken wie z.B. Clair de lune“ stand.

Bei einer anderen Gelegenheit haben wir Clair de lune als Zugabe gespielt, und uns aufgrund der Bekanntheit des Stückes erlaubt, es nicht anzumoderieren. Prompt fragte die Lokaljournalistin, die über das Konzert berichten wollte, was denn die Zugabe gewesen sei...
Hier könnt Ihr nun Clair de lune hören, in einer sehr schönen Orchestrierung von Stanley Black, dem Dirigenten des London Symphony Orchestra.

Wir spielen aber tatsächlich nicht nur Clair de lune, sondern auch den Rest der Suite ;-) Deshalb möchten wir Euch natürlich auch die ganze Bergamasque näher bringen.
Wir fanden bei unserer Suche eine wundervolle Interpretation des Passepied, des letzten Satzes der Suite. Sie stammt von den Punch Brothers, einer Band, die eher für ihren progressiven Bluegrass bekannt ist! Sehenswert ist auch die Ankündigung des Titels von Banjospieler Noam Pikelny: Er sagt, dies sei der älteste Komponist, von dem sie je ein Stück gespielt hätten, und unglücklicherweise könne er heute abend nicht hier sein, weil er tragisch verstorben sei...

Zu guter Letzt möchten wir Euch noch das Original ans Herz legen. Bei aller Arrangiererei wollen wir nicht vergessen, dass wir Musik nur deshalb unbedingt bearbeiten wollen, weil sie im Original so überzeugend ist. Passend dazu empfehlen wir Euch den chilenischen Pianist Claudio Arrau (1903-1991). Er war einer der ersten, die Gesamteinspielungen aller Werke eines Komponisten aufnahmen. Er bestand darauf, niemals einzelne Sätze zu spielen, sondern immer den ganzen Zyklus. In diesem Sinne folgt hier nun seine Aufnahme der Suite bergamasque mit den Sätzen Prélude, Menuet, Clair de lune und Passepied.

Die Suite bergamasque ist ein großes Werk der Musikliteratur, an dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Man kann sie unendlich oft hören, und vielleicht muss man es auch, um sie zu verstehen. In unserem Programm ist sie eines der (arbeits-)intensivsten Stücke, bei dem wir wirklich an jedem I-Tüpfelchen feilen. In jeder Probe und jedem Konzert ist unsere Interpretation ein wenig anders. Gerade das macht es für uns und Euch so spannend - wir freuen uns darauf!

Laura & Daniel

1 Kommentar

  1. Ulla sagt:

    Ich bin begeistert von den Punch Brothers!! Tja – und all diese Instrumente müsst ihr jetzt in “nur” zwei Harfen packen…

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