Wie groß ist die Gefahr einer Falschbeschuldigung? #metoo

Es ist eine beängstigende Zeit für Männer, in der wir leben. Überall lauern hinterhältige Frauen und Mädchen, die nur darauf warten, Männer sexueller Übergriffe zu beschuldigen. Zu Unrecht, selbstverständlich. Sagt zumindest der US-amerikanische Präsident und Frauenversteher Donald „You can grab them by the pussy“ Trump. Präsidentenmund tut selten Wahrheit kund, muss man in diesen Tagen leider sagen. Trotzdem – was ist dran an den angeblich flächendeckenden Falschbeschuldigungen?

Eigentlich wollten wir über das Thema einen umfangreichen und akribisch recherchierten Beitrag schreiben, um die Thesen der immer mehr um sich greifenden Falschbeschuldigungen am Schluss eventuell widerlegen zu können. Doch wir merkten bei der Recherche schnell: Die Fakten sind längst alle da. Es gibt zahllose (Langzeit-)Studien und statistische Auswertungen, die alle zu dem selben Schluss kommen: Die statistische Wahrscheinlichkeit, als Mann zu Unrecht eines sexuellen Übergriffes bezichtigt zu werden, ist ausgesprochen gering.

Der Mythos der falschen Beschuldigung

Bei unserer Recherche stießen wir auf folgenden Artikel in der Süddeutschen Zeitung, der die Statistiken und Studien zutreffend auswertet: Der Mythos der falschen Beschuldigung. Hier sind die Fakten des Artikels in zusammengefasster Form:

  • Laut Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe liegt der Anteil an Falschbeschuldigungen bei angezeigten Vergewaltigungen in Deutschland bei ca. 3%
  • Es werden aber nur geschätzte 15% aller Fälle von sexualisierter Gewalt angezeigt
  • Auf eine falsche Beschuldigung kommen also – je nach Rechnung – hundert(e) Fälle tatsächlicher sexualisierter Gewalt

Es ist also äußerst unwahrscheinlich, als Mann zu Unrecht einer Vergewaltigung beschuldigt zu werden. Tatsächlich ist es sogar wahrscheinlicher, selbst Opfer einer Vergewaltigung zu werden. Auch die Sorge, durch eine falsche Beschuldigung schlimme strafrechtliche Konsequenzen zu erleiden, ist unbegründet, wie folgende Studie des britischen Innenministeriums belegt:

  • Im Untersuchungszeitraum wurden 216 falsche Beschuldigungen erfasst
  • Sechs davon führten zu einer Verhaftung
  • Nur zwei – also weniger als 1% – führten zu einer Anklage

Natürlich weiß man nicht, wieviele der falschen Beschuldigungen nicht erkannt wurden und damit nicht in dieser Statistik erfasst sind. Aber die Sorge der Männer ist unbegründet. Letztendlich haben Falschbeschuldigungen für Frauen sogar viel dramatischere Folgen, wie nicht zuletzt der Fall Kavanaugh zeigt. Auch die Vermutung, Frauen würden für Geld Falschaussagen machen, lässt sich durch folgende interessante Begebenheit in Zweifel ziehen:

  • Im US-Wahlkampf 2016 bot eine Anwaltskanzlei Frauen bis zu 700.000 $, um sexuelle Übergriffe von Donald Trump anzuzeigen
  • Keine Frau war zu einer Aussage, geschweige denn einer Falschaussage, bereit

Natürlich kommen Falschbeschuldigungen vor. Im Einzelfall können sie auch gravierende Folgen für den Beschuldigten haben. Die Unschuldsvermutung muss im Zweifelsfall immer gelten – aber das trifft genauso auf die Frauen zu, die Männer Übergriffe vorwerfen! Nicht jede Anschuldigung ist automatisch eine Verleumdung, sollte sie vor Gericht nicht zu einer Verurteilung des Beschuldigten führen.

Wer beschuldigt tatsächlich Männer zu Unrecht?

Darüber hinaus lassen sich falsche Anschuldigungen oft relativ leicht und schnell aufdecken. Untersuchungen zufolge kann man die wenigen Frauen, die tatsächlich falsche Anschuldigungen machen, fast alle in eine der folgenden drei Gruppen einteilen: Junge Frauen und Teenager, die eine ungewollte Schwangerschaft erklären wollen; psychisch kranke Frauen, die z.B. an einer Persönlichkeitsstörung leiden wie dem sog. „Münchhausensyndrom“; Frauen, die in der Vergangenheit schon mit Straftaten wie Betrug oder durch notorisches Lügen aufgefallen sind.
Das bedeutet: Beschuldigt eine Frau einen Mann eines sexuellen Übergriffs und passt sie nicht in eine der drei genannten Gruppen, geht die Wahrscheinlichkeit einer Falschaussage gegen null. Im Umkehrschluss heißt das natürlich nicht, dass alle Frauen lügen, die einer der drei Gruppen zuzuordnen sind. Der Reflex, alle Frauen der Lüge oder Erpressung zu bezichtigen, die einen Mann wegen sexueller Gewalt beschuldigen, ist definitiv falsch und lässt sich statistisch nicht belegen.

Zum Abschluss dieses Artikels haben wir noch den Song „A Scary Time“ von Lynzy Lab herausgesucht, die Trumps Aussage auf satirische (und natürlich leicht überspitzte 😉) Weise auf die Schippe nimmt. Viel Spaß beim Anhören!

Laura & Daniel

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