{"id":1750,"date":"2019-04-06T11:54:20","date_gmt":"2019-04-06T09:54:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/?p=1750"},"modified":"2019-09-14T10:39:07","modified_gmt":"2019-09-14T08:39:07","slug":"mehr-von-engeln-und-teufeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/harfenduo\/unsere-musik\/mehr-von-engeln-und-teufeln\/","title":{"rendered":"Mehr von Engeln und Teufeln"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch einmal geht es um die beiden bekanntesten S\u00e4tze aus dem <em>\u00c1ngel<\/em>-Zyklus, <em>La Milonga del \u00c1ngel <\/em>und <em>La muerte del \u00c1ngel<\/em>. Diesmal wollen wir genauer auf die Musik eingehen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"> Piazzolla und der Kontrapunkt <\/h3>\n\n\n<div class=\"column one-third mobile-one\"><div class=\"mcb-column-inner\"><div class=\"responsive-video\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"\" height=\"\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/6sPNZcubZaM\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>In diesem Video kann man die vier Stimmen der Fuge besonders gut verfolgen.<\/div><\/div>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In <em>La muerte del \u00c1ngel <\/em>kann man gut erkennen, wie Piazzolla den Tango mit Kompositionstechniken aus der klassischen Musik \u201eangereichert\u201c hat. Nach der ersten Vorstellung des Themas schreibt er eine vierstimmige Fuge \u2013 eine typische Form aus der Barockmusik. Besonders in seiner Zeit in Paris besch\u00e4ftigte sich Piazzolla intensiv mit dem barocken Kontrapunkt. Elemente davon tauchen in fast allen seinen Werken auf.<br>Bei einer Fuge wird zun\u00e4chst ein musikalisches Thema einstimmig vorgestellt. Dann wiederholt eine andere Stimme, unter Umst\u00e4nden ein anderes Instrument, das Thema, w\u00e4hrend die erste Stimme weiterspielt, aber in die Begleitung \u201eabtaucht\u201c. Danach folgen weitere Stimmen bzw. Instrumente, bis schlie\u00dflich alle gleichzeitig spielen.<br>Eine vierstimmige Fuge stellt uns zwei (!!) Musiker nat\u00fcrlich vor Herausforderungen: Jeder von uns muss zwei der Stimmen gleichzeitig spielen, und da wir keine Pianisten sind, ist das auch gar nicht so einfach. Wir haben das folgende Video hier ausgesucht, weil man in dieser Version f\u00fcr Saxophonquartett wunderbar die vier eigenst\u00e4ndigen Stimmen verfolgen kann (die Musik beginnt bei 1:00). Beim Einsetzen des zweiten Saxophons kann man noch gut das Thema erkennen. Sp\u00e4testens wenn dann alle vier spielen, wird es ziemlich un\u00fcbersichtlich, nur mit M\u00fche kann man dann noch alle Stimmen einzeln wahrnehmen.<br>Der lyrische Mittelteil klingt dann wieder mehr nach Tango. Piazzolla verwendet hier allerdings Harmonien, die aus dem Jazz entlehnt sind. Schlie\u00dflich beschleunigt die Musik wieder und m\u00fcndet in den wilden Schluss, in dem wieder das Anfangsthema gespielt wird \u2013 nicht als Fuge, sondern von allen Stimmen gemeinsam, akzentuiert mit vielen schr\u00e4gen Effekten.<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Tanz des Engels<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Laura in einem Konzert die <em>Milonga del \u00c1ngel <\/em>als \u201eTanz des Engels\u201c angek\u00fcndigt hatte, h\u00f6rten wir hinterher aus dem Publikum, einen Tanz h\u00e4tte man aber nicht erkennen k\u00f6nnen. Das beschreibt genau das Problem der verschiedenen Bedeutungen des Wortes \u201eMilonga\u201c. Als Milonga werden verschiedene Formen von Tango-Musik bezeichnet, au\u00dferdem versteht man darunter einen Veranstaltung, bei der Tango getanzt wird. Die etwas bekanntere Art der Milonga ist ein schneller, akzentuierter Tango, der kaum von der Habanera zu unterscheiden ist.<\/p>\n\n\n<div class=\"column one-third mobile-one\"><div class=\"mcb-column-inner\"><div class=\"responsive-video\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"\" height=\"\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/h0ha2ZM0L0g\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>Diese Live-Aufnahme von Piazzolla mit seinem Quintett ist schwer zu \u00fcbertreffen.<\/div><\/div>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Art der Milonga, die Piazzolla f\u00fcr seinen Engel geschrieben hat, geh\u00f6rt zu der anderen Art. In den Weiten der Argentinischen Pampa waren seit dem 19. Jahrhundert <em>Gauchos <\/em>unterwegs, die vergleichbar mit B\u00e4nkels\u00e4ngern in Europa die Landbev\u00f6lkerung mit Musik unterhielten. Dabei improvisierten sie aus dem Stehgreif und begleiteten sich dazu auf der Gitarre. Aus dieser Tradition stammt die langsame Milonga.<br>Piazzollas Milonga ist eine schwebende, h\u00f6chst intime Musik. \u00dcber einem langsamen Puls erklingen sehr freie Melodien, die wie improvisiert dahingeworfen klingen. Die verschiedenen Instrumente verschmelzen zu einem fl\u00e4chigen, intensiven Klang<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"text-align:left\"><em>\u00c1ngel<\/em> v\u00f6llig anders <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus eigener Erfahrung haben wir ein Faible f\u00fcr sehr ausgefallene Besetzungen. Es ist schwer, aus der F\u00fclle der Piazzolla-Arrangements eine Auswahl zu treffen. Aber diese beiden hier bekommen von uns einen Preis f\u00fcr Originalit\u00e4t!<\/p>\n\n\n<div class=\"column one-second mobile-one\"><div class=\"mcb-column-inner\"><div class=\"responsive-video\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"\" height=\"\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/deyZ-ByQ8j0\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>Dieses Arrangement mit Chor ist nun wirklich eine Kuriosit\u00e4t! Aber Respekt, das ist sicher h\u00f6llisch schwer zu singen.<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"column one-second mobile-one\"><div class=\"mcb-column-inner\"><div class=\"responsive-video\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"\" height=\"\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/xUfkK-wpQY0\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>Seit unserem Programm \u201eRavel vs Debussy\u201c k\u00f6nnen wir an einem Video mit chromatischer Harfe nicht mehr vorbeigehen!<\/div><\/div>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bildquellen:  <br>\u201eHetty Krist, Astor Piazolla (Farblithographie)\u201c: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:KristPiazolla.jpg\">Quelle<\/a>, Autor: Hetty Krist 2010, Lizenz: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gemeinfreiheit#Public_Domain\">Public Domain<\/a>-Lizenz <em><br><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch einmal geht es um die beiden bekanntesten S\u00e4tze aus dem \u00c1ngel-Zyklus, La Milonga del \u00c1ngel und La muerte del \u00c1ngel. 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