{"id":1887,"date":"2019-06-05T21:44:28","date_gmt":"2019-06-05T19:44:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/?p=1887"},"modified":"2019-09-14T10:36:05","modified_gmt":"2019-09-14T08:36:05","slug":"gruene-musik-ist-das-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/musik-und-gesellschaft\/gruene-musik-ist-das-moeglich\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcne Musik \u2013 ist das m\u00f6glich?"},"content":{"rendered":"\n<p>Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Klimawandel sind die Themen der Stunde. Die Gestaltung unserer Zukunft r\u00fcckt verst\u00e4rkt in den Fokus der \u00d6ffentlichkeit \u2013 ob bei den Europawahlen, den \u201e<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Fridays for Future (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/fridaysforfuture.de\/\" target=\"_blank\">Fridays for Future<\/a>\u201c-Demonstrationen oder in Diskussionen <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4Y1lZQsyuSQ\" target=\"_blank\">bestimmter YouTube-Videos<\/a>. Die Einhaltung der Klimaschutzziele ist die wahrscheinlich gr\u00f6\u00dfte gesellschaftliche Herausforderung der Gegenwart. Doch wie immer bei komplexen Themen muss man auch den Einzelnen betrachten. Daher beleuchten wir in diesem Artikel einmal die Rolle und die Verantwortung der MusikerInnen im Klima- und auch gesellschaftlichem Wandel.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Musik und Klimawandel<\/h3>\n\n\n\n<p><div class=\"column one-third mobile-one\"><div class=\"mcb-column-inner\"><div class=\"responsive-video\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"\" height=\"\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/z3EoCKgzLo4\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/div><em>Wer sich umfassend \u00fcber den Klimawandel und die Rolle der Politik in den letzten 30 Jahren informieren will, sollte sich dieses Interview mit Volker Quaschning, Professor f\u00fcr Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin, ansehen.<\/em><\/div><\/div>\n Eines vorweg: Die Existenz des menschenverursachten Klimawandels ist <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"wissenschaftlicher Konsens (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Globale_Erw%C3%A4rmung\" target=\"_blank\">wissenschaftlicher Konsens<\/a>. Und auch in der Frage, was jetzt zu tun ist, gibt es \u2013 auch wenn manche(r) PolitikerIn anderes behauptet \u2013 keine Zweifel: Wir m\u00fcssen den CO<sub>2<\/sub>&#8211; und Methan-Aussto\u00df drastisch verringern. Schaffen wir das nicht, wird die Aufheizung der Erde nicht mehr aufzuhalten sein, egal was wir dann tun. Daf\u00fcr bleiben uns nur noch wenige Jahre Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Was\nhat das nun alles mit uns MusikerInnen zu tun? Nun, man k\u00f6nnte jetzt nat\u00fcrlich\nsagen, dass die Aus\u00fcbung des Berufs als MusikerIn schon ziemlich CO<sub>2<\/sub>-neutral\nist. Das stimmt allerdings nur auf den ersten Blick: Die meisten MusikerInnen\nsind beispielsweise viel mit dem Auto unterwegs, schon allein, weil man sein\nInstrument nur schwer oder gar nicht mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln transportieren\nkann (jaja, Fl\u00f6te w\u00e4re nicht nur leichter, sondern auch klimafreundlicher\ngewesen&#8230;). Au\u00dferdem sind Konzertreisen fester Bestandteil vieler Berufsbilder.\nUnd ganz abgesehen davon: Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, kann sich\nniemand zur\u00fccklehnen und glauben, er m\u00fcsse sich nicht an Ma\u00dfnahmen beteiligen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber\nes geht in der Debatte auch viel darum, wie wir ganz allgemein unsere Zukunft\ngestalten wollen. K\u00f6nnen wir uns den ma\u00dflosen Konsum und Luxus noch erlauben,\nden wir aktuell praktizieren? Und dies ist eine Frage, die uns MusikerInnen\nganz direkt betrifft. Machen wir uns nichts vor: Klassische Musik ist ein\nLuxusgut.<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachten\nwir einmal das Worst-Case-Szenario: Politik und Gesellschaft z\u00f6gern die Ma\u00dfnahmen\ngegen den Klimawandel so lange hinaus, bis nur noch radikale Ma\u00dfnahmen helfen.\nDann kann man davon ausgehen, dass diese Ma\u00dfnahmen einiges an Geld kosten\nwerden. Wird dann im Haushalt gen\u00fcgend Geld vorhanden sein, um die klassische\nMusik noch in dem Ma\u00dfe zu f\u00f6rdern, wie es im Moment der Fall ist? Es ist ja\njetzt schon so, dass viele Orchester oder Musikschulen Schwierigkeiten haben,\ndie finanzielle Absicherung des laufenden Betriebs zu gew\u00e4hrleisten. Wird der\nKlimawandel zu gesellschaftlichen Umbr\u00fcchen f\u00fchren, bedarf es schon einer geh\u00f6rigen\nPortion an Optimismus, um zu glauben, dass ausgerechnet wir klassischen\nMusikerInnen einfach so weitermachen k\u00f6nnen wie bisher.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch man sollte auch nicht alles schwarzmalen. Nicht umsonst benutzt man die Worte \u201eKultur\u201c bzw. \u201eHochkultur\u201c, wenn man von vergangenen Zeiten und V\u00f6lkern spricht. Die kulturelle Vielfalt ist ein essentieller Teil einer Gesellschaft und wir werden mit oder ohne Klimawandel in der Zukunft kulturelle Veranstaltung ben\u00f6tigen. Die Frage ist nur: K\u00f6nnen wir die Gesellschaft auch zuk\u00fcnftig davon \u00fcberzeugen, dass die klassische Musik ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kulturgut\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"sch\u00fctzenswertes Kulturgut  (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">sch\u00fctzenswertes Kulturgut <\/a>ist? Ohne F\u00f6rdermittel h\u00e4tte die klassische Musik auf dem freien Markt n\u00e4mlich kaum Chancen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Klimawandel stellt uns MusikerInnen also vor zwei zentrale Fragen:<br>\u2013 Wie k\u00f6nnen wir den aktuellen Betrieb klimafreundlicher gestalten?<br>\u2013 Wie k\u00f6nnen wir unsere Au\u00dfendarstellung verbessern, damit wir auch in Zukunft Teil der kulturellen Gesellschaft sein werden?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie k\u00f6nnen wir den aktuellen Betrieb klimafreundlicher gestalten?<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei\nder Beantwortung der ersten Frage fallen nat\u00fcrlich sofort die unz\u00e4hligen\nKilometer ins Auge, die wir auf Deutschlands Autobahnen auf dem Weg zur Mucke verbringen.\nMeistens alleine in unserem Auto, weil wir mit Instrumenten, Konzertkleidung,\nNotenst\u00e4ndern und sonstigem Zubeh\u00f6r entweder gar keinen Zug nehmen k\u00f6nnen, oder\nweil nach einem abendlichen Konzert kein Zug mehr f\u00e4hrt, der uns noch nach\nHause bringen w\u00fcrde. Es w\u00e4re nat\u00fcrlich sch\u00f6n, wenn das \u00d6PNV-Angebot so weit\nausgebaut w\u00fcrde, dass sich diese Probleme von selbst erledigen. Bis es so weit\nist, k\u00f6nnen auch wir etwas tun:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Bildet Fahrgemeinschaften<\/strong><br>Dieser Tipp ist nicht grade neu, doch wird er nach wie vor von zu wenigen beherzigt. Egal, ob ihr auf dem Weg zum Orchester, zur Musikschule oder zur Mucke seid, es gibt bestimmt noch andere MusikerInnen, die den selben Weg haben. Und f\u00fcr l\u00e4ngere Strecken gibt es ja ohnehin zahlreiche Mitfahr-Plattformen im Internet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Nehmt kleine Nachteile in Kauf<\/strong><br>Es mag sein, dass eine Zugfahrt l\u00e4nger dauert oder ihr sehr fr\u00fch losm\u00fcsst, weil die Verbindung zeitlich ung\u00fcnstig liegt. Aber so etwas sollte man f\u00fcr den Klimaschutz in Kauf nehmen. Au\u00dferdem werden die Nahverkehrsangebote langfristig wohl kaum ausgebaut, wenn die Z\u00fcge halb leer bleiben.<br>Wenn die Nachteile zu gro\u00df werden, lohnt es sich unter Umst\u00e4nden auch, nach den Hintergr\u00fcnden zu fragen. Kann das Orchester die Probe beispielsweise um eine halbe Stunde verlegen, damit man auch per Zug noch p\u00fcnktlich kommt? Gibt es in der Musikschule vielleicht Sch\u00fcler, die schon mittags kommen k\u00f6nnen, damit ihr abends fr\u00fcher gehen k\u00f6nnt und noch den letzten Zug erwischt?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Lasst Euch Fahrtkosten erstatten<\/strong><br>Es gibt tats\u00e4chlich noch MusikerInnen, die sich ihre Fahrtkosten nicht erstatten lassen. Das ist nicht nur aus eigener finanzieller Sicht dumm, da es unterm Strich die Gage mindert, sondern f\u00fchrt auch dazu, dass es selbstverst\u00e4ndlich wird, wenn MusikerInnen quer durch die Republik zur Mucke fahren. Lange Transportwege sind aber \u00f6kologisch eine Katastrophe, nicht nur bei Berufspendlern, sondern beispielsweise auch bei Lebensmitteln. Wollen wir den Klimawandel stoppen, m\u00fcssen wir wieder st\u00e4rker auf regionale Produkte und Dienstleistungen setzen. Auf uns MusikerInnen bezogen l\u00e4sst sich das zum Beispiel dadurch erreichen, dass es sich f\u00fcr Veranstalter nicht mehr lohnt, jemanden aus Hamburg f\u00fcr ein Konzert in M\u00fcnchen zu engagieren, weil die Fahrtkosten zu hoch sind.<br>Nat\u00fcrlich ist hier auch die Politik gefragt, die zum Beispiel das Benzin durch eine CO<sub>2<\/sub>-Steuer teurer machen k\u00f6nnte. Aber auch wir m\u00fcssten dann dementsprechend h\u00f6here Fahrtkosten verlangen. Das w\u00fcrde nicht bedeuten, dass man keine Mucken mehr spielen kann, die weiter entfernt sind, aber es w\u00fcrde verdeutlichen: Lange Fahrten haben ihren Preis \u2013 sowohl finanziell als auch \u00f6kologisch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Verzichtet auf Flugreisen und ruft andere dazu auf, es Euch gleich zu tun<\/strong><br>Ein weiterer Punkt sind die vielen Konzertreisen, die sowohl Orchester als auch einzelne MusikerInnen unternehmen. Nicht selten werden diese Reisen per Flugzeug absolviert. Hier w\u00e4re es vor allem die Verantwortung der Orchester, auf solche Reisen zu verzichten. Das w\u00e4re nat\u00fcrlich erst einmal schade, weil man so den internationalen kulturellen Austausch behindern w\u00fcrde. Doch auch hier wird der Markt sich irgendwann selbst regulieren und vermehrt regionale Angebote schaffen, wenn die internationalen nicht mehr so leicht verf\u00fcgbar sind. Wenn Ihr in einem Orchester fest angestellt seid, k\u00f6nnt Ihr das Thema ja einmal ansprechen.<br>Es gibt MusikerInnen, die hier mit guten Beispiel vorangehen: Die Sopranistin Malena Ernman, Mutter von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Greta_Thunberg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Klimaaktivistin Greta Thunberg (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Klimaaktivistin Greta Thunberg<\/a>, nimmt keine Engagements mehr an, die nicht per Zug zu erreichen sind. Dies leistet nat\u00fcrlich nur einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz, doch die Signalwirkung sollte man nicht untersch\u00e4tzen. <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"In Schweden ist die Vermeidung von Flugreisen zu einem Trend geworden, sogar der Ausdruck \u201eFlugscham\u201c wurde gepr\u00e4gt. (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.jetzt.de\/umwelt\/schweden-wollen-der-umwelt-zuliebe-nicht-mehr-fliegen\" target=\"_blank\">In Schweden ist die Vermeidung von Flugreisen zu einem Trend geworden, sogar der Ausdruck \u201eFlugscham\u201c wurde gepr\u00e4gt.<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zukunftssichere Musik<\/h3>\n\n\n\n<p>Die zweite Frage nach der Rolle der klassischen Musik in der zuk\u00fcnftigen Gesellschaft ist schon etwas schwieriger zu beantworten. Wir m\u00f6chten aber auf zwei Punkte hinweisen: Erstens wird in der <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Fridays-for-Future-Bewegung (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/fridaysforfuture.de\/\" target=\"_blank\">Fridays-for-Future-Bewegung<\/a> nicht nur f\u00fcr Klimaschutz gek\u00e4mpft, sondern auch generell f\u00fcr bessere Lebens- und damit Arbeitsbedingungen. Zweitens werden momentan viele Themen, die in den letzten Jahren nicht so sehr im Blickpunkt der \u00d6ffentlichkeit standen, besonders im Internet wieder kontrovers diskutiert. Dies hat sich ganz stark bei der <a href=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/harfenduo\/die-eu-urheberrechtsreform-eine-analyse-in-vier-teilen-teil-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Debatte um die Urheberrechtsreform (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Debatte um die Urheberrechtsreform<\/a> gezeigt, wo vermutlich die meisten PolitikerInnen \u00fcberrascht waren, wie viel Gegenwind eine b\u00fcrokratische EU-Richtlinie hervorrufen kann. Was bedeutet das jetzt f\u00fcr uns Musiker?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausbeutung von Arbeitskr\u00e4ften wird zunehmend als nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df gesehen. Und da haben wir in der Musik ein riesiges Problem. Die Bezahlung von Lehrbeauftragen ist fl\u00e4chendeckend unterirdisch, immer mehr Musikschulen bestreiten den Unterricht gr\u00f6\u00dftenteils mit Honorarkr\u00e4ften und die Bezahlung von Aushilfen in Orchestern kratzt mancherorts an der Grenze zum Mindestlohn. Richtige Gagen, von denen man auch leben kann, gibt es eigentlich nur noch f\u00fcr die wenigen Stars der Szene.<br>Dennoch flie\u00dfen jedes Jahr viele Millionen staatliche F\u00f6rdergelder in den Musiksektor. Man stelle sich einmal vor, es k\u00e4me zu einer grunds\u00e4tzlichen Diskussion, wie ein deutlich verknappter Haushalt aussehen m\u00fcsste. Wie sollten wir der Gesellschaft den Nutzen der klassische Musik erkl\u00e4ren, wenn sie ihre eigenen Angeh\u00f6rigen ausbeutet und damit der Gesellschaft schadet? Wieso sollte man sie noch weiter f\u00f6rdern, wenn der Betrieb eigentlich nur noch mit prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten aufrecht zu erhalten ist?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie k\u00f6nnen wir unsere Au\u00dfendarstellung verbessern?<\/h3>\n\n\n\n<p>Und dass es solche Diskussionen geben wird, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Wie schon erw\u00e4hnt finden im Netz immer mehr Grundsatzdiskussionen statt, f\u00fcr die in den normalen Medien gar kein Platz w\u00e4re. Immer mehr vor allem junge Menschen wehren sich, <a href=\"https:\/\/koeln-bonn-leverkusen.verdi.de\/branchen-und-berufe\/medien-kunst-und-industrie\/++co++283695b0-3190-11e8-bcaf-525400ff2b0e\">zum Beispiel gegen die Bezahlung der Honorarkr\u00e4fte<\/a>. Wir werden wahrscheinlich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter vor der Frage stehen: Wie werden wir den Musikbetrieb gestalten, wenn uns entweder weniger Gelder zur Verf\u00fcgung stehen oder die Ausgaben (durch angemessene Bezahlung) steigen? Am besten w\u00e4re es nat\u00fcrlich, wenn wir die Antworten h\u00e4tten, bevor diese Fragen gestellt werden. Denn die Nachfrage nach klassischer Musik ist nach wie vor hoch: Viele Musikschulen verzeichnen Rekorde bei den Neuanmeldungen, jedes Jahr k\u00f6nnen nur ein Bruchteil der BewerberInnen an den Musikhochschulen angenommen werden und besonders in strukturschwachen Regionen sind die Orchester fester Bestandteil der Kulturszene. Au\u00dferdem entstehen viele neue, spannende Projekte, beispielsweise zur Integration von Fl\u00fcchtlingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Egal ob es um Kinderarbeit in den Kobaltminen Afrikas geht, um die Abholzung des Regenwaldes f\u00fcr Palm\u00f6lplantagen oder \u201enur\u201c um schlecht bezahlte MusiklehrerInnen: Die Gesellschaft der Zukunft wird eventuell keine so gro\u00dfe Toleranz mehr f\u00fcr Ungerechtigkeit haben. Wir MusikerInnen sind nicht besonders gut darin, strukturelle Ver\u00e4nderungen selbst vorzunehmen, das haben nicht zuletzt die <a href=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/politisch-philosophisches\/holzheid-kommission-legt-abschlussbericht-vor\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Vorf\u00e4lle rund um den ehemaligen Pr\u00e4sidenten Siegfried Mauser an der Musikhochschule in M\u00fcnchen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Vorf\u00e4lle rund um den ehemaligen Pr\u00e4sidenten Siegfried Mauser an der Musikhochschule in M\u00fcnchen<\/a> gezeigt. Genau das m\u00fcssen wir aber, sonst werden andere dies f\u00fcr uns tun.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Debatte um die Urheberrechtsreform haben viele MusikerInnen sich auf die Position versteift, <a href=\"https:\/\/www.vice.com\/de_at\/article\/vbw8zy\/wie-der-vater-des-uploadfilters-das-internet-sieht\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"alle KritikerInnen h\u00e4tten ja keine Ahnung und seien gehirngewaschen worden (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">alle KritikerInnen h\u00e4tten ja keine Ahnung und seien gehirngewaschen worden<\/a>. Unabh\u00e4ngig davon, ob sie damit recht hatten: Wenn wir diese Haltung auch auf eine eventuelle Grundsatzdiskussion \u00fcber Sinn und Unsinn der klassischen Musik anwenden werden, kann sich jeder selbst vorstellen, wie diese Diskussion ausgehen wird. Aber man stelle sich mal vor, wie wir dastehen w\u00fcrden, wenn wir sagen k\u00f6nnten:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir,\ndie klassischen MusikerInnen, leisten einen wertvollen Beitrag zur kulturellen\nVielfalt unserer Gesellschaft. Um dies zu gew\u00e4hrleisten, stellen wir uns selbst\nund unsere Strukturen immer wieder in Frage, um Verbesserungen, von denen alle\nprofitieren, zeitnah durchzusetzen. Daf\u00fcr schrecken wir auch nicht vor\nunangenehmen Fragen zur\u00fcck, die die Machtpositionen Einzelner angreifen. Wir\nsorgen daf\u00fcr, dass der Arbeitsmarkt transparent und fair ist, damit auch\nBerufsanf\u00e4ngerInnen eine gute Chance auf einen angemessenen Lebensunterhalt\nhaben. Wir sichern nicht nur den Wohlstand einiger weniger auf Kosten aller ab,\nsondern sorgen uns um zuk\u00fcnftige Generationen. Wir laden diese Generationen\ndazu ein, an unseren Musikschulen und Musikhochschulen die Sch\u00f6nheit und\nKomplexit\u00e4t der klassischen Musik zu erlernen. Dort werden sie von kompetentem\nLehrpersonal mit zeitgem\u00e4\u00dfer P\u00e4dagogik unterrichtet, um zu gebildeten und\nausgeglichenen Menschen zu werden. Wir sind dankbar f\u00fcr die F\u00f6rdermittel, die\nuns daf\u00fcr zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Wir gehen mit diesen Geldern verantwortungsbewusst\num, weil wir wissen, dass wir ohne diese Mittel in gro\u00dfen Teilen nicht\nexistieren k\u00f6nnten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Oder\nnoch besser: Wenn wir das nicht nur sagen, sondern auch machen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Laura &amp; Daniel<\/h3>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Klimawandel sind die Themen der Stunde. Die Gestaltung unserer Zukunft r\u00fcckt verst\u00e4rkt in den Fokus der \u00d6ffentlichkeit \u2013 ob bei den Europawahlen, den \u201eFridays for Future\u201c-Demonstrationen oder in Diskussionen bestimmter YouTube-Videos. Die Einhaltung der Klimaschutzziele ist die wahrscheinlich gr\u00f6\u00dfte gesellschaftliche Herausforderung der Gegenwart. Doch wie immer bei<span class=\"excerpt-hellip\"> [\u2026]<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1902,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[415],"tags":[382,387,388,383,386,385,384],"class_list":["post-1887","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-musik-und-gesellschaft","tag-europawahl","tag-fahrtkosten","tag-flugreisen","tag-fridays-for-future","tag-globale-erwaermung","tag-klimawandel","tag-scientists-for-future"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1887","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1887"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1887\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1903,"href":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1887\/revisions\/1903"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1902"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1887"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1887"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1887"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}