{"id":1997,"date":"2019-09-04T12:37:59","date_gmt":"2019-09-04T10:37:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/?p=1997"},"modified":"2019-09-14T11:34:03","modified_gmt":"2019-09-14T09:34:03","slug":"teilerfolg-fuer-orchesteraushilfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/musik-und-gesellschaft\/neues-vom-arbeitsmarkt\/teilerfolg-fuer-orchesteraushilfen\/","title":{"rendered":"Teilerfolg f\u00fcr Orchesteraushilfen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der letzten Zeit hat sich f\u00fcr die Aushilfen in deutschen Profiorchestern einiges getan. Vom Streit zwischen der DOV und des DBV \u00fcber die \u201eFair-Pay-Wochen\u201c bis hin zum Mindestlohn f\u00fcr freie MusikerInnen in Brandenburg \u2013 um da den \u00dcberblick zu behalten, fassen wir die Ereignisse in diesem Beitrag einmal ausf\u00fchrlich zusammen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Darum geht es<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits in fr\u00fchere Beitr\u00e4gen waren wir auf die Situation der Orchesteraushilfen eingegangen. Wer das nochmal nachlesen m\u00f6chte, kann dies <a aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/politisch-philosophisches\/neues-vom-arbeitsmarkt\/fair-pay-wochen-fuer-orchesteraushilfen\/\">hier<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/harfenduo\/faire-bezahlung-von-musikerinnen-ist-das-ueberhaupt-moeglich\/\" target=\"_blank\">hier<\/a> tun. Zusammengefasst geht es um folgendes: Viele Orchester in Deutschland haben nicht gen\u00fcgend festangestellte MusikerInnen, um jede Stelle auch im Krankheitsfall oder bei besonders gro\u00df angelegten Werken zu besetzen. Daher sind sie auf die kurzfristige Mithilfe von anderen MusikerInnen angewiesen. Dies k\u00f6nnen MusikerInnen anderer Orchester oder Freischaffende sein. F\u00fcr diese MusikerInnen ist die etwas ungl\u00fcckliche Bezeichnung \u201eAushilfe\u201c \u00fcblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fr\u00fcher waren diese musikalischen \u201eNebent\u00e4tigkeiten\u201c die Ausnahme; die Aushilfsgagen wurden dementsprechend selten thematisiert. Doch die Orchesterlandschaft und damit der Arbeitsmarkt haben sich in den letzten Jahren dramatisch ver\u00e4ndert: Durch Stellenk\u00fcrzungen, Fusionierungen oder gar komplette Schlie\u00dfungen gibt es immer weniger feste Stellen. Gleichzeitig sind viele Orchester aber voll ausgelastet und spielen immer mehr Konzerte, die die Standardbesetzung \u00fcberschreiten. Der Bedarf an Aushilfen ist also stark angestiegen. Es gibt immer mehr MusikerInnen, die diesen neuen Sektor des Arbeitsmarktes nutzen und sich auf Aushilfst\u00e4tigkeiten spezialisiert haben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aushilfen sind mittlerweile fester Teil des Arbeitsmarktes<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aushilfen sind also schon lange kein Randph\u00e4nomen mehr. Es gibt Orchester, die jede Auff\u00fchrung mit 10-20 Aushilfen spielen. Trotzdem wurde die Bezahlung der Aushilfen lange ignoriert. Die S\u00e4tze seien Verhandlungssache zwischen jeder Aushilfe und dem Orchester, hie\u00df es immer. Das Ergebnis war absehbar: Die Aushilfss\u00e4tze wurden so lange nicht erh\u00f6ht oder sogar noch gedr\u00fcckt, bis sie mancherorts in keinem Verh\u00e4ltnis mehr zur geleisteten Arbeit standen. Aushilfen wurden letztendlich billiger als Festangestellte, was nat\u00fcrlich die Arbeitsmarktsituation auf den Kopf stellte. Durch ihre schwache Verhandlungsposition m\u00fcssen die Aushilfen die niedrigen Gagen in der Regel akzeptieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgenwann schritt die Orchester-Gewerkschaft DOV ein und forderte feste S\u00e4tze f\u00fcr Aushilfen. 2004 kam es zu einer Einigung mit dem Deutschen B\u00fchnenverband (DBV), die S\u00e4tze von 112,50 \u20ac f\u00fcr eine Probe und 165 \u20ac f\u00fcr eine Auff\u00fchrung vorsahen.\u00b9 Diese S\u00e4tze galten allerdings nur f\u00fcr NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland und waren auch nicht verbindlich. Der DBV weigert sich bis heute, die Aushilfss\u00e4tze in den Tarifvertrag aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Lohndumping bei vielen Orchestern<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In anderen Bundesl\u00e4ndern ging das Lohndumping derweil munter weiter. Vor allem in strukturschwachen Regionen nutzen viele Orchester die M\u00f6glichkeit, Aushilfen untertariflich zu bezahlen, um K\u00fcrzungen besser zu verkraften und Schlie\u00dfungen abzuwenden. Im Ergebnis gibt es regional gro\u00dfe Unterschiede bei den Aushilfss\u00e4tzen: W\u00e4hrend gro\u00dfe Orchester die von der DOV empfohlenen S\u00e4tze noch \u00fcberschreiten und somit f\u00fcr StudentInnen und Selbstst\u00e4ndige enorm attraktiv sind, zahlen kleinere Orchester grade einmal 60 \u20ac pro Auff\u00fchrung\u00b2<strong> <\/strong>\u2013 der Anreiz, sich als junge(r) MusikerIn in der Region niederzulassen, ist praktisch nicht vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Problem erkannte auch die Landesregierung in Brandenburg 2018 und beschloss fraktions\u00fcbergreifend einen Mindestlohn f\u00fcr freie MusikerInnen\u00b3 \u2013 eine Premiere in Deutschland! Dieser soll ab 2020 gelten. Die Finanzierung der zwingend h\u00f6heren Aushilfss\u00e4tze ist allerdings noch unklar und KritikerInnen bef\u00fcrchten bereits, dass die neuen Regelungen umgangen werden k\u00f6nnten.\u2074 Die DOV schreibt dazu: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><div class=\"blockquote\"><span class=\"mfn-blockquote-icon\"><i class=\"icon-quote\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/span><blockquote class=\"mfn-inline-editor\"> [&#8230;] man wird nun sehr genau darauf achten, wie das Kulturministerium 2020 und 2021 den entsprechenden Landtagsbeschluss umsetzen wird. Das erforderliche zus\u00e4tzliche Geld zur Verf\u00fcgung zu stellen ist \u00fcbrigens auch kein Ding der Unm\u00f6glichkeit, sondern Sache des Haushaltsgesetzgebers f\u00fcr 2020\/21. Auch das war und ist den politischen Parteien im Land Brandenburg durchaus bewusst. <\/blockquote><p class=\"author\"><i class=\"icon-user\"><\/i><span>Kommentar der DOV zu unserem Artikel \u201eFaire Bezahlung von MusikerInnen \u2013 ist das \u00fcberhaupt m\u00f6glich?\u201c\u2075<\/span><\/p><\/div>\n<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verhandlungen zwischen DOV und DBV<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Landesverband Mitte forderte die DOV 2019, die 2004 ausgehandelten S\u00e4tze entsprechend der Gehaltserh\u00f6hungen der Festangestellten um 35% anzuheben. Der Aufschrei der Orchester und des DBV war nat\u00fcrlich gro\u00df: Solche S\u00e4tze seien vollkommen absurd und w\u00fcrden den Orchesterbetrieb gef\u00e4hrden. Sowohl DOV als auch DBV schickten Rundschreiben an die Orchester, in denen sie ihre Standpunkte auf teilweise sehr unsachliche Art versuchten deutlich zu machen. Der DBV berechnete beispielsweise den durchschnittlichen Lohn pro Dienst eines Festangestellten, ohne dabei Urlaubstage zu ber\u00fccksichtigen. Diese Rechnung sollte beweisen, dass die Forderungen der Aushilfen \u00fcberzogen seien, war aber laut DOV \u201eirref\u00fchrend und unzutreffend\u201c.\u2076<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Streit gipfelte im April 2019 in den \u201eFair-Pay-Wochen\u201c: Die DOV rief alle Aushilfen dazu auf, in einem Zeitraum von zwei Wochen exemplarisch die um 35% erh\u00f6hten S\u00e4tze zu fordern und alle anderen Anfragen abzulehnen.\u00b9 Dieser \u201eStreik\u201c zeigte Wirkung: Viele Orchester bekamen Probleme, \u00fcberhaupt noch Aushilfen zu finden und waren dementsprechend erz\u00fcrnt. Auf Facebook kursierte ein angeblich geleakter Brief eines deutschen Orchesters an ein niederl\u00e4ndisches, mit der Bitte, niederl\u00e4ndische MusikerInnen zu empfehlen, da die Deutschen momentan l\u00e4cherliche (\u201eridiculous\u201c) Gagen forderten.\u2077 Solch ein Vorgang w\u00e4re, w\u00fcrde es sich um einen echten Streik handeln, eine grober Versto\u00df gegen europ\u00e4isches Recht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aktion war ein voller Erfolg. Sie brachte die Situation der Aushilfen auch bei denen ins Bewusstsein, die sich bisher wenig mit dem Thema besch\u00e4ftigt hatten. Nicht nur die DOV, sondern auch immer mehr Orchester und festangestellte MusikerInnen dr\u00e4ngten auf eine L\u00f6sung. Am 23. Mai 2019 trafen sich aus diesem Grund VertreterInnen der DOV und des Landesverbands Mitte des DBV und einigten sich auf Eckpunkte einer neuen Vereinbarung. Diese sah laut DOV eine \u201emoderate Erh\u00f6hung der Honorare als auch eine Staffelung im Hinblick auf die Eingruppierung der Orchester\u201c vor.\u2075<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Alles wieder auf null?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Vereinbarung wurde allerdings von den Orchestern in NRW abgelehnt. Laut einem uns bekannten Intendanten seien die finanziellen M\u00f6glichkeiten der verschiedenen Orchester zu unterschiedlich gewesen, um eine gemeinsame L\u00f6sung zu finden. Die beschlossenen S\u00e4tze h\u00e4tten zur Insolvenz mancher H\u00e4user f\u00fchren k\u00f6nnen, w\u00e4hrend andere sogar bereit gewesen w\u00e4ren, mehr als den ausgehandelten Kompromiss zu zahlen. Ob das stimmt, k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich nicht beurteilen. Wie auch immer die Situation tats\u00e4chlich aussieht: Die Verhandlungen sind vorerst gescheitert. Unterm Strich ist es der DOV nicht gelungen, eine f\u00fcr alle Seiten akzeptable L\u00f6sung zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den geplatzen Verhandlungen blieb der DOV nichts anderes \u00fcbrig, als den Ball zu den Aushilfen zur\u00fcckzuspielen. Ab Juni 2019 wurden S\u00e4tze empfohlen, die zwar \u00fcber denen von 2004 liegen, aber auch deutlich unterhalb der geforderten Erh\u00f6hung von 35%.\u2075 Auch diese S\u00e4tze sind nat\u00fcrlich nicht bindend, aber die DOV verspricht sich davon weiteren Druck auf die Orchester.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Freie MusikerInnen erzwingen Teilerfolg<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dieser Druck hat schon jetzt gewirkt: Wir haben geh\u00f6rt, dass sich bereits ca. zehn Orchester aus NRW bereit erkl\u00e4rt haben, freiwillig h\u00f6here S\u00e4tze zu zahlen. Aus unserer eigenen Erfahrung k\u00f6nnen wir best\u00e4tigen, dass diese Pl\u00e4ne schon jetzt in die Tat umgesetzt werden. Das ist das Ergebnis der konsequenten Solidarit\u00e4t der Aushilfen, die durch die Streiks bzw. das Fordern h\u00f6herer Gagen bewiesen haben, dass in der klassischen Musik sehr wohl alle an einem Strang ziehen k\u00f6nnen, obwohl dies vor allem f\u00fcr die Freischaffenden ein gro\u00dfes Risiko bedeutet hat. Die Orchester und der DBV hingegen haben gezeigt, dass sie dazu gr\u00f6\u00dftenteils nicht in der Lage sind. Spektakul\u00e4re Spielpl\u00e4ne und \u00fcberdimensionierte Inszenierungen sind mancherorts wohl wichtiger als die faire Bezahlung der MusikerInnen. Dies sollte auch f\u00fcr die Festangestellten ein Alarmsignal sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch man sollte nicht in Jubelst\u00fcrme ausbrechen. Deutschlandweit hat sich nicht einmal jedes zehnte Orchester zu den neuen S\u00e4tzen bereit erkl\u00e4rt. Besonders in den oben angesprochenen strukturschwachen Regionen gibt es keine Anzeichen f\u00fcr eine Regelung auf freiwilliger Basis. Ob die Idee tats\u00e4chlich bewirkt, diese Orchester f\u00fcr Aushilfen unattraktiv zu machen, sei dahingestellt. Im schlimmsten Fall k\u00f6nnten solche Regionen kulturell noch st\u00e4rker abgeh\u00e4ngt werden als bisher.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was gilt jetzt eigentlich wo?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei diesen ganzen Zahlen kann man schnell den \u00dcberblick verlieren. Daher haben wir f\u00fcr Euch aufgearbeitet, welche S\u00e4tze jetzt wo gelten. Dazu muss man nat\u00fcrlich sagen: Alle Aushilfss\u00e4tze sind nach wie vor unverbindlich und Verhandlungssache. Ihr k\u00f6nnt Euch also weder auf diese Auflistung berufen, noch auf die Empfehlungen der DOV. Es schadet allerdings auch nicht, diese bei Gagenverhandlungen zu erw\u00e4hnen, um den Orchestern klar zu machen, wie eine angemessene Gage laut Expertenmeinung aussehen w\u00fcrde. Aus unserer Erfahrung k\u00f6nnen wir berichten, dass manche Orchester sich regelrecht dumm stellen und so tun, als h\u00e4tten sie von all dem noch nie geh\u00f6rt. Auf solche Argumente sollte man gar nicht eingehen; alle TVK-Orchester wurden und werden laufend von der DOV \u00fcber das Thema Aushilfss\u00e4tze informiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die <strong>Orchester in NRW <\/strong>empfiehlt die DOV ab Juni 2019 folgende S\u00e4tze:\u2075<\/p>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td><\/td><td>Orchester ab Kategorie A<\/td><td>Orchester unterhalb Kategorie A<\/td><\/tr><tr><td>Probe<\/td><td>135 \u20ac<\/td><td>130 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td>Auff\u00fchrung<\/td><td>200 \u20ac<\/td><td>190 \u20ac<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese S\u00e4tze werden wie erw\u00e4hnt nicht von allen Orchestern gezahlt. F\u00fcr die <strong>Orchester des Landesverbands Mitte <\/strong>(NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland), die sich nicht an die neuen S\u00e4tze halten wollen, gilt nach wie vor die Regelung von 2004. Diese sah keine Staffelung (A, B, oder C) vor und lautete:\u00b9<\/p>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td> Probe<\/td><td> 112,50 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td> Lange Probe<\/td><td> 140,00 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td> Auff\u00fchrung<\/td><td> 165,00 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td> Lange Auff\u00fchrung<\/td><td> 200,00 \u20ac<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die DOV strebt an, die neuen S\u00e4tze in Zukunft einheitlich und in ganz Deutschland umzusetzen. Viele Orchester sind davon allerdings weit entfernt. F\u00fcr sie sollen daher zun\u00e4chst die <strong>Mindeststandards f\u00fcr freie Orchesterprojekte <\/strong>gelten.\u2078 Diese sehen (Stand Juni 2019) folgende Verg\u00fctung vor:\u2079<\/p>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td>Probe<\/td><td>85,63 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td>Tagessatz\/Auff\u00fchrungssatz<br>(mehrt\u00e4giges Projekt)<\/td><td>171,25 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td> Tagessatz\/Auff\u00fchrungssatz<br>(eint\u00e4giges Projekt) <\/td><td>256,87 \u20ac<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Betr\u00e4ge sollen auch die Basis f\u00fcr die gesetzlich verpflichtenden S\u00e4tze in Brandenburg darstellen. Sie werden laut DOV \u201eab 2019 im Land Brandenburg eingef\u00fchrt, gelten verbindlich ab 2020 f\u00fcr vom Land gef\u00f6rderte Projekte und erfassen sp\u00e4testens ab 2021 auch die vom Land institutionell gef\u00f6rderten Orchester\u201c.\u00b3<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich ist zu diesen S\u00e4tzen noch zu sagen, dass es sich immer um Mindestverg\u00fctungen handelt. Viele Aushilfen sollten beispielsweise die Solo-Zulage in H\u00f6he von 25 % verlangen. Bei besonders schwierigen Partien, sehr kurzfristigen Anfragen oder Sonder-Instrumenten w\u00e4re au\u00dferdem eine h\u00f6here Verg\u00fctung angemessen. Dies sollte man gegen\u00fcber den Orchestern auch klar kommunizieren: Es kann nicht sein, dass eine Solo-Harfe am gleichen Abend in eine Tannh\u00e4user-Vorstellung springt und daf\u00fcr genauso bezahlt wird wie eine Tutti-Geige in einem Wochen vorher angek\u00fcndigten Kinderkonzert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Alles, was unter diesen S\u00e4tzen liegt, kann nicht als angemessene Verg\u00fctung bezeichnet werden. Wer zu niedrigeren S\u00e4tzen spielt schadet nicht nur sich selbst, sondern auch anderen MusikerInnen, die dem Preisverfall nichts entgegenzusetzen haben. Jeder, der Angebote f\u00fcr Aushilfen bekommt, die unterhalb der oben genannten S\u00e4tze liegen, sollte im Interesse aller MusikerInnen ablehnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unser Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist h\u00f6chste Zeit gewesen, dass die DOV sich des Themas Aushilfss\u00e4tze annimmt. Auch wenn am Ende keine verbindliche Einigung erzielt werden konnte, wurde mancher Teilerfolg errungen. Das Thema wurde verst\u00e4rkt in den Fokus der \u00d6ffentlichkeit ger\u00fcckt. F\u00fcr die Zukunft w\u00fcnschen wir uns vor allem zwei Dinge:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstens sollte die DOV am Thema dran bleiben. Langfristig muss es eine Regelung der S\u00e4tze \u00fcber den Tarifvertrag geben. Streiks und Solidarit\u00e4t sind gut und haben sich als \u00fcberraschend effektiv erwiesen, aber die M\u00f6glichkeiten der freien MusikerInnen sind begrenzt. Die DOV ist also weiterhin gefragt, nicht nur in NRW: Am 28.08.2019 gaben die DOV und andere Gewerkschaften eine gemeinsame Presseerkl\u00e4rung heraus. In dieser forderten sie die Th\u00fcringer Landesregierung auf, die Finanzierungsl\u00fccken der Orchester und Theater dieses Bundeslandes zu schlie\u00dfen. Es wurde genau aufgeschl\u00fcsselt, welche Betr\u00e4ge wof\u00fcr n\u00f6tig seien. Was in der Auflistung fehlte, waren die Aushilfss\u00e4tze&#8230;\u00b9\u2070<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens m\u00fcssen nun die Orchester Farbe bekennen. Eine einheitliche Regelung wurde erst einmal abgelehnt, also liegt die Verantwortung nun in der Hand der Orchester. Ein \u201eweiter wie bisher\u201c ist inakzeptabel. Sollten die von der DOV geforderten S\u00e4tze tats\u00e4chlich die Finanzkraft der Orchester \u00fcberschreiten, braucht es grunds\u00e4tzliche Ideen und langfristige Pl\u00e4ne, wie eine faire Verg\u00fctung <strong>aller <\/strong>Beteiligten gew\u00e4hrleistet werden kann. Die Regelung von 2004 sollte hier ein mahnendes Beispiel sein: Nahezu alle Orchester haben sich zur\u00fcckgelehnt und keine Anpassung der S\u00e4tze von sich aus vorgenommen. Die \u201epl\u00f6tzliche\u201c Forderung, die S\u00e4tze um 35% anzuheben, kam f\u00fcr viele v\u00f6llig \u00fcberraschend. Das sollte zu denken geben: Haben die Orchester wirklich geglaubt, sie m\u00fcssten die S\u00e4tze niemals mehr anheben? Als dann die Streiks kamen, haben die Orchester die Quittung f\u00fcr ihr Verhalten bekommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Laura &amp; Daniel<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quellenangaben:<br>\u00b9 ) https:\/\/orchesterland.wordpress.com\/2019\/03\/21\/fuer-angemessene-orchesteraushilfenhonorare-fair-pay-wochen\/<br>\u00b2 ) https:\/\/www.thueringer-allgemeine.de\/kultur\/staatskapelle-weimar-zahlt-am-besten-id224751359.html<br>\u00b3 ) https:\/\/www.dov.org\/presse_meldungen\/landtag-brandenburg-beschliesst-mindestlohn-fuer-musiker<br>\u2074 ) https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/freie-musiker-brandenburgs-kampf-gegen-dumpingloehne.1993.de.html?dram:article_id=435556<br>\u2075 ) https:\/\/orchesterland.wordpress.com\/2019\/06\/14\/neue-mindesthonorare-fuer-orchesteraushilfen-in-nrw\/<br>\u2076 ) https:\/\/orchesterland.wordpress.com\/2019\/03\/21\/die-anhebung-der-aushilfshonorare-in-orchestern-ist-ueberfaellig\/<br>\u2077 ) https:\/\/www.facebook.com\/platformvoorfreelancemusici\/photos\/a.197943797810032\/278610843076660\/?type=3&amp;theater<br>\u2078 ) https:\/\/www.dov.org\/Freie\/hoehere-mindesthonorare-fuer-aushilfen-orchestern<br>\u2079 ) https:\/\/www.dov.org\/Freie\/faire-honorare-fuer-orchesterprojekte-vokalsolisten<br>\u00b9\u2070 ) https:\/\/www.dov.org\/presse_meldungen\/ab-sofort-volle-tarifloehne-thueringen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der letzten Zeit hat sich f\u00fcr die Aushilfen in deutschen Profiorchestern einiges getan. 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