{"id":2958,"date":"2024-07-01T10:15:03","date_gmt":"2024-07-01T08:15:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/?p=2958"},"modified":"2024-07-01T10:15:04","modified_gmt":"2024-07-01T08:15:04","slug":"analyse-der-aushilfenampel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/musik-und-gesellschaft\/neues-vom-arbeitsmarkt\/analyse-der-aushilfenampel\/","title":{"rendered":"Analyse der Aushilfenampel \u2013 Honorare jenseits aller Untergrenzen"},"content":{"rendered":"\n<p>K\u00fcrzlich habe ich schon einmal einen <a href=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/vermischtes\/aus-daniels-leben\/aushilfshonorare-unterhalb-der-unter-untergrenze\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Beitrag \u00fcber die Aushilfenampel<\/a> geschrieben. Darin habe ich mich \u00fcber das generell schlechte Abschneiden der Orchester und Ch\u00f6re bei der Bezahlung der freien Musiker*innen aufgeregt und beispielhaft ein Orchester, bei dem ich selbst oft gespielt habe, herausgepickt. Ein paar Tage, nachdem der Artikel online war, ist mir pl\u00f6tzlich eine kleine Ungenauigkeit bei einer Formulierung von unisono bez\u00fcglich der Vergabe der gr\u00fcnen Wertung aufgefallen. Da wurde mir klar, dass sich jemand (also ich&#8230;) die Zahlen mal genauer anschauen sollte. Also habe ich eine Excel-Tabelle angelegt und alle Werte, die unisono auf ihrer Homepage angibt, verglichen. Die Ergebnisse m\u00f6chte ich nun hier pr\u00e4sentieren. Das war ziemlich viel Arbeit, dementsprechend ist der Text auch etwas l\u00e4nger. Um es nicht zu kompliziert zu machen, ist hier ein \u00dcberblick, welche Punkte besonders negativ herausstechen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong><a href=\"#gruenewertung\">Gr\u00fcne Wertung<\/a><\/strong>: Obwohl laut unisono acht Klangk\u00f6rper eine gr\u00fcne Wertung erhalten, sind es tats\u00e4chlich nur zwei, die mindestens die empfohlenen S\u00e4tze zahlen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"#tatsaechlicheshonorar\">Tats\u00e4chliches Honorar<\/a><\/strong>: Die Ampelfarbe sagt wenig dar\u00fcber aus, wie viel Geld man tats\u00e4chlich verdient.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"#methodik\">Methodik<\/a><\/strong>: Die Methodik, nach der unisono die Ampelfarbe vergibt, ist unklar und inkonsequent.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"#probensaetze\">Probens\u00e4tze<\/a><\/strong>: Kein einziger Klangk\u00f6rper in Deutschland zahlt den Probensatz der h\u00f6chsten Kategorie, obwohl die Mehrheit der Klangk\u00f6rper in diese Kategorie f\u00e4llt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"#bundeslaender\">Bundesl\u00e4nder<\/a><\/strong>: Ob man seinen Lebensunterhalt von Aushilfshonoraren bestreiten kann, h\u00e4ngt weniger vom Renommee des Klangk\u00f6rpers ab, sondern eher vom Bundesland.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"#ausreisser\">Ausrei\u00dfer<\/a><\/strong>: Es gibt tats\u00e4chlich Klangk\u00f6rper, die weniger als 50% der ohnehin schon niedrigen unisono-Empfehlungen zahlen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"#alternativeempfehlungen\">Alternative Empfehlungen<\/a><\/strong>: W\u00fcrde man die Empfehlungen des Deutschen Musikrats f\u00fcr 2025 als Richtwert nehmen, erhielten alle Klangk\u00f6rper eine rote Wertung. Unisono hat diese Empfehlungen mit ausgearbeitet.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Damit ist zwar eigentlich alles gesagt, ich w\u00fcrde mich aber trotzdem \u00fcber jede*n freuen, der\/die weiterliest. Ich halte mich auch mit Diagrammen und Tabellen zur\u00fcck. Versprochen \ud83d\ude09 !<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"gruenewertung\">Obwohl laut unisono acht Klangk\u00f6rper eine gr\u00fcne Wertung erhalten, sind es tats\u00e4chlich nur zwei, die mindestens die empfohlenen S\u00e4tze zahlen.<\/h3>\n\n\n\n<p><iframe title=\"Allgemeine Informationen Aushilfenampel\" src=\"https:\/\/app.23degrees.io\/embed\/BwBv00EVhfUIRm9o-atlas-allgemeine-informationen\" allow=\"fullscreen\" style=\"padding:5px 0!important; width:100%!important; height:85vh!important; min-height:360px!important; max-height:360px!important; border:1px solid black\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n\n\n\n<p>Im Einleitungssatz zur Aushilfenampel schreibt unisono: \u201e<em>Eine gr\u00fcne Kennzeichnung bedeutet, dass das Honorar den aktuellen unisono-Empfehlungen entspricht.<\/em>\u201c Wie vermutlich die meisten, die das lesen, habe auch ich gedacht, dass \u201egr\u00fcne\u201c Orchester also mindestens die ihrer Kategorie entsprechenden S\u00e4tze zahlen. Doch das ist falsch: <strong>Orchestern und Ch\u00f6ren wird eine Toleranz von bis zu 10% bei der gr\u00fcnen Wertung einger\u00e4umt!<\/strong> Das bedeutet: Ein C-Orchester m\u00fcsste laut unisono beispielsweise 115 \u20ac f\u00fcr eine Probe und 165 \u20ac f\u00fcr eine Auff\u00fchrung zahlen. Die gr\u00fcne Wertung erhielte es aber schon bei S\u00e4tzen von 103,50 \u20ac und 148,50 \u20ac. Das mag einem nun etwas kleinkariert vorkommen, aber die unisono-S\u00e4tze stellen ausdr\u00fccklich eine Untergrenze dar. Ein Unterschreiten dieser Untergrenze sollte daher nicht mit einer gr\u00fcnen Wertung belohnt werden. Oder anders ausgedr\u00fcckt: Mit dieser Logik d\u00fcrfte ein Arbeitgeber, der einen Stundenlohn von 11,17 \u20ac zahlt, behaupten, er w\u00fcrde den gesetzlichen Mindestlohn von 12,41 \u20ac zahlen. Au\u00dferdem dr\u00e4ngt sich hier eine Frage f\u00f6rmlich auf: Angenommen, ein Orchester w\u00fcrde sich darum bem\u00fchen, eine gr\u00fcne Wertung zu bekommen. Welche Motivation h\u00e4tte es, die vollen S\u00e4tze zu zahlen, wenn auch 90 % reichen?<\/p>\n\n\n\n<p><iframe title=\"Mindesthonorare unisono\" src=\"https:\/\/app.23degrees.io\/embed\/k2lQR7fqlm1amniY-table-mindesthonorare-unisono\" allow=\"fullscreen\" style=\"padding:5px 0!important; width:100%!important; height:85vh!important; min-height:240px!important; max-height:300px!important; border:1px solid black\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n\n\n\n<p>Warum diese Toleranz gegen\u00fcber Klangk\u00f6rpern gezeigt wird, erschlie\u00dft sich mir nicht. Ich habe bei unisono nachgefragt, die Antwort steht noch aus. Meiner Meinung nach entwertet unisono so ihre eigenen Honorarempfehlungen. An dem ohnehin schon desolaten Gesamtbild \u00e4ndert dieser statistische Trick wenig. Unisono w\u00fcrde vermutlich auch jegliche T\u00e4uschungsabsicht von sich weisen, denn in der Erkl\u00e4rung zur gelben Wertung schreiben sie: \u201e<em>Die gelbe Kennzeichnung steht f\u00fcr Honorare, die zwischen 10 \u2013 30% unter den unisono-Empfehlungen liegen.<\/em>\u201c Hier werden die 10% also erw\u00e4hnt, allerdings so versteckt, dass ich einige Tage gebraucht habe, die Sache zu durchschauen. Dass unisono bei der Vergabe einer einzigen Kennzeichnung pro Klangk\u00f6rper auch mal Kompromisse machen muss, kann ich nachvollziehen (siehe Punkt \u201e<strong><a href=\"#methodik\">Methodik<\/a><\/strong>\u201c). Eine Toleranz von 10% ist aber zu viel und f\u00fchrt Aushilfen wie Leser*innen in die Irre.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende dieses Textes habe ich noch einige Diagramme und Statistiken angef\u00fcgt (siehe Punkt \u201e<strong><a href=\"#diagrammeundtabellen\" data-type=\"internal\" data-id=\"#diagrammeundtabellen\">Zus\u00e4tzliche Diagramme und Tabellen<\/a><\/strong>\u201c). Darunter ist auch eine \u201ebereinigte\u201c Aushilfenampel, aus der ich diesen Trick entfernt habe, sodass wirklich nur noch die Klangk\u00f6rper eine gr\u00fcne Wertung erhalten, die mindestens die unisono-Empfehlungen zahlen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"tatsaechlicheshonorar\">Die Ampelfarbe sagt wenig dar\u00fcber aus, wie viel Geld man tats\u00e4chlich verdient.<\/h3>\n\n\n\n<p><iframe title=\"Schwellenwerte der Ampelfarben\" src=\"https:\/\/app.23degrees.io\/embed\/K19INo21WM7RJ6l7-atlas-schwellenwerte-der-ampelfarben\" allow=\"fullscreen\" style=\"padding:5px 0!important; width:100%!important; height:85vh!important; min-height:360px!important; max-height:400px!important; border:1px solid black\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n\n\n\n<p>Nun sollte man trotz der 90%-Trickserei denken, dass ein Klangk\u00f6rper, der eine gr\u00fcne Wertung erh\u00e4lt, auch besonders viel zahlt. Aber auch dieser Schluss ist falsch. <strong>Ein C-Orchester, welches 150 \u20ac f\u00fcr eine Auff\u00fchrung zahlt, erhielte eine gr\u00fcne Wertung. Ein Orchester aus der A-Kategorie mit dem identischen Satz w\u00fcrde dagegen eine rote Wertung erhalten.<\/strong> Sogar bei einem Satz von 165 \u20ac \u2013 also 15 \u20ac mehr! \u2013 w\u00e4re das A-Orchester noch im roten Bereich. Man kann sowieso \u00fcber den Sinn dieser verschiedenen S\u00e4tze f\u00fcr verschiedene Kategorien streiten, aber diese Diskrepanz ist einfach zu gro\u00df. F\u00fcr mich als Aushilfe ist es jedenfalls relativ egal, wo ich spiele. Ich werde meinen Vermieter wohl eher nicht damit vertr\u00f6sten k\u00f6nnen, dass mein Auftraggeber leider nicht verpflichtet ist, mich anst\u00e4ndig zu bezahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00fcrde deutlich mehr Sinn ergeben, wenn man die Untergrenze klar danach definiert, was f\u00fcr die Musiker*innen gemessen an Zeitaufwand, Vorbereitungszeit und Ausbildung angemessen ist. So handhaben es \u00fcbrigens auch andere Verb\u00e4nde, die Honorarempfehlungen herausgeben (siehe Punkt <strong><a href=\"#alternativeempfehlungen\">Alternative Empfehlungen<\/a><\/strong>). Alle Klangk\u00f6rper, die darunter liegen, w\u00fcrden eine rote Wertung erhalten \u2013 weil sie nun einmal nicht genug zahlen, als dass man davon leben k\u00f6nnte! Dabei spielt es auch keine Rolle, ob sie 30%, 10%, oder nur ein halbes Prozent darunter liegen. Ich bin auch kein Freund der Definition der gelben Wertung. Gelb hei\u00dft f\u00fcr mich pers\u00f6nlich \u201eist irgendwie okay, aber nicht toll&#8220;. Das passt f\u00fcr mich nicht zu Klangk\u00f6rpern, die lediglich 70% von ohnehin niedrigen S\u00e4tzen zahlen. Ich f\u00e4nde es besser, wenn man die gelbe Wertung ab 100% der S\u00e4tze erh\u00e4lt und die gr\u00fcne erst, wenn man wirklich gut zahlt (z.B. ab 120% oder einem festen Betrag).<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Punkt, der in diesen S\u00e4tzen nicht ber\u00fccksichtigt ist, sind die Fahrtkosten. Die werden von den Orchestern nach meiner pers\u00f6nlichen Erfahrung sehr unterschiedlich gehandhabt. Unisono schreibt: \u201e<em>Fahrtkosten sind nach dem Reisekostengesetz des Sitzbundeslandes zu erstatten (mind. 25 Cent\/km ab dem ersten Kilometer bzw. DB-Ticket 2. Klasse).<\/em>\u201c Und hier gehen wieder die Diskussionen los! Sind bei Cent\/km Hin- und R\u00fcckfahrt oder die Entfernung gemeint? Bekomme ich Geld raus, wenn ich eine Bahncard besitze? Bin ich verpflichtet, die (f\u00fcr das Orchester) g\u00fcnstigste Zugverbindung zu nehmen, selbst wenn ich daf\u00fcr um vier Uhr morgens am Bahnhof sein muss? Ich habe alle Varianten schon selbst erlebt. Auch bei Reisediensten und Spesen sparen viele Orchester. Ich habe schon mehrt\u00e4gige Reisen ins Ausland mitgemacht, bei denen keine Spesen gezahlt wurden, keine Verpflegung bereitgestellt wurde und man als Kompensation einen einzigen mickrigen Reisedienst verg\u00fctet bekommen hat. Auch so kann aus einer gr\u00fcnen Wertung unterm Strich schnell eine rote werden!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"methodik\">Die Methodik, nach der unisono die Ampelfarbe vergibt, ist unklar und inkonsequent.<\/h3>\n\n\n\n<p>Kann man sich denn wenigstens darauf verlassen, dass beispielsweise eine gelbe Wertung bedeutet, dass ich am Ende des Projekts zwischen 70% und 90% der unisono-Empfehlungen als Honorar erhalte? Man ahnt es schon: Leider kann auch diese Frage nicht so einfach mit Ja beantwortet werden. Denn unisono steht bei der Aushilfenampel vor einem ganz grunds\u00e4tzlichen Problem: <strong>Obwohl mit Proben- und Auff\u00fchrungss\u00e4tzen zwei Werte abgefragt werden, soll am Ende eine einzige Ampelfarbe herauskommen.<\/strong> Nun gibt es aber aktuell 55 Klangk\u00f6rper, bei denen die Werte von Probenhonorar und Auff\u00fchrungshonorar gem\u00e4\u00df der unisono-Rechnung in unterschiedlichen Ampelfarben resultieren w\u00fcrden. Auf ihrer Homepage gibt unisono leider keine Hinweise dazu, mit welcher Methodik man hier gearbeitet hat. Ich habe also eine Skizze erstellt, anhand derer ich dies herausfinden wollte. Hier ist sie:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Abweichler2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"582\" height=\"464\" src=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Abweichler2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2978\" srcset=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Abweichler2.png 582w, https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Abweichler2-300x239.png 300w, https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Abweichler2-94x75.png 94w\" sizes=\"auto, (max-width:767px) 582px, 582px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wer nun verwirrt ist, ist nicht alleine. Auch ich habe nicht verstanden, wo hier das System sein soll. Um etwas Klarheit zu schaffen, nehmen wir zun\u00e4chst drei Sonderf\u00e4lle aus der Tabelle heraus.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Chemnitz \u2013 Robert-Schumann-Philharmonie<\/strong><br>Dieses Orchester erh\u00e4lt eine gelbe Wertung, obwohl sowohl Probensatz als auch der Durchschnittswert aus beiden Werten im roten Bereich liegt. Andere Klangk\u00f6rper mit dieser Konstellation erhalten alle eine rote Wertung. M\u00f6glicherweise handelt es sich um einen Rundungsfehler, da die Werte sehr nah am Schwellenwert von 70% liegen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Dessau \u2013 Anhaltische Philharmonie Dessau<\/strong><br>Dieses Orchester erh\u00e4lt eine rote Wertung, obwohl alle Werte im gelben Bereich liegen. Es ist nicht ersichtlich, wie die rote Wertung zustande kommt; wahrscheinlich handelt es sich nur um einen Fl\u00fcchtigkeitsfehler.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Berlin \u2013 RIAS Kammerchor<\/strong><br>Dieser Chor kann eigentlich keine aussagekr\u00e4ftige Gesamtwertung bekommen, da die Probens\u00e4tze (Rot) und Auff\u00fchrungss\u00e4tze (Gr\u00fcn) zu stark auseinandergehen. Unisono hat \u2013 vermutlich als Kompromiss \u2013 eine gelbe Wertung erteilt. Je nach Projekt kann das Honorar bei diesem Chor aber sowohl im roten als auch im gelben oder gr\u00fcnen Bereich liegen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Ich habe unisono auf diese F\u00e4lle hingewiesen. Die Erkl\u00e4rung steht wie gesagt noch aus. Aber auch ohne diese Sonderf\u00e4lle wird nicht einheitlich verfahren. Manche Klangk\u00f6rper erhalten die Farbe der niedrigeren Wertung, manche die Farbe der Durchschnittswerte. Bei den Gelb-Gr\u00fcnen Klangk\u00f6rpern scheint konsequent die erste Methode angewandt worden zu sein, bei den Gelb-Roten ist es durchmischt. Hier sollte unisono unbedingt noch einmal nachrechnen (oder in meine Tabelle schauen&#8230;). Es w\u00fcrde auch helfen, wenn die Methodik transparent auf der Homepage erkl\u00e4rt w\u00fcrde. Ich habe unisono nach der Methodik gefragt und bin sehr gespannt, ob es eine Erkl\u00e4rung gibt, die ich \u00fcbersehen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber selbst wenn diese Unklarheiten ausger\u00e4umt w\u00fcrden, bliebe das Dilemma der unterschiedlichen Einzelwertungen bestehen. Allgemein ist es so, dass die Probens\u00e4tze auch prozentual niedriger sind als die Auff\u00fchrungss\u00e4tze. <strong>F\u00fcr probenintensive Projekte bedeutet dies, dass man mit dem Gesamthonorar in eine niedrigere Kategorie rutschen kann, wenn es bl\u00f6d l\u00e4uft.<\/strong> Ich habe anhand von drei halbwegs realistischen Beispielprojekten verglichen, wie die Verteilung in diesen F\u00e4llen aussehen w\u00fcrde. Man sieht, dass das Verh\u00e4ltnis von Proben zu Auff\u00fchrungen einen gro\u00dfen Einfluss auf die Wertung hat. Es w\u00e4re also vielleicht sinnvoller, zwei Einzelwertungen zu vergeben, damit jede*r selbst sehen kann, ob sich ein bestimmtes Projekt lohnt oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><iframe title=\"Honorare in %\" src=\"https:\/\/app.23degrees.io\/embed\/FbzKTXWMzCBSfPIa-atlas-honorare-in\" allow=\"fullscreen\" style=\"padding:5px 0!important; width:100%!important; height:85vh!important; min-height:360px!important; max-height:720px!important; border:1px solid black\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"probensaetze\">Kein einziger Klangk\u00f6rper in Deutschland zahlt den Probensatz der h\u00f6chsten Kategorie, obwohl die Mehrheit der Klangk\u00f6rper in diese Kategorie f\u00e4llt.<\/h3>\n\n\n\n<p>Wer an deutsche Orchester denkt, dem fallen sicherlich sofort geschichtstr\u00e4chtige Klangk\u00f6rper wie die Berliner Philharmoniker, das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder das Gewandhausorchester Leipzig ein. Gro\u00dfe Namen, gro\u00dfes Renommee, gro\u00dfe Budgets. Wenigstens die A-H\u00e4user m\u00fcssten doch ihre Aushilfen gut bezahlen, oder? Es ist so bitter: Nein, tun sie nicht. Man k\u00f6nnte sogar sagen, dass die Staffelung nach Kategorie, die unisono in ihren Honorar-Empfehlungen vornimmt, in der Realit\u00e4t kaum abgebildet wird. Von den 55 Klangk\u00f6rpern, die von unisono in die h\u00f6chste Kategorie eingestuft werden, erreichen nur zwei eine gr\u00fcne Wertung \u2013 die mit Abstand schlechteste Quote aller Kategorien.<\/p>\n\n\n\n<p><iframe title=\"Kategorie und Probens\u00e4tze\" src=\"https:\/\/app.23degrees.io\/embed\/g3wHz2Rp60jutRg2-atlas-kategorie-und-probensaetze\" allow=\"fullscreen\" style=\"padding:5px 0!important; width:100%!important; height:85vh!important; min-height:360px!important; max-height:500px!important; border:1px solid black\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n\n\n\n<p>Generell schneiden die A-Klangk\u00f6rper im Vergleich schlecht ab. Der niedrigste Probensatz liegt in allen Kategorien bei 60 \u20ac. Das ist etwas mehr als die H\u00e4lfte der C-Empfehlung, was an sich schon eine Frechheit ist. In der A-Kategorie bedeutet dieser Satz aber nur noch 37,5% der unisono-Empfehlungen und damit logischerweise den letzten Platz in dieser Statistik. F\u00fcr alle, die sich nicht vorstellen k\u00f6nnen, was das bedeutet: Das ist so, wie wenn ein Arbeitgeber den Mindestlohn zahlen m\u00fcsste, in echt aber nur 4,65 \u20ac pro Stunde zahlt! Es handelt sich auch nicht nur um einen Ausrei\u00dfer nach unten: Der A-Klangk\u00f6rper mit dem h\u00f6chsten Probensatz zahlt nur 93,75% der Empfehlungen \u2013 auch das ist der schlechteste Wert in dieser Statistik. Im Mittel relativieren sich die Zahlen etwas, aber auch hier liegen die A-Klangk\u00f6rper nur auf dem zweiten Platz hinter der Kategorie B.<\/p>\n\n\n\n<p>Man muss sich klar machen, dass geringe Abweichungen bei den Prozentwerten bei den tats\u00e4chlichen Honoraren gro\u00dfe Unterschiede machen k\u00f6nnen. F\u00fcr eine Probe plus Auff\u00fchrung bekomme ich bei einem A-Klangk\u00f6rper zwar meistens mehr, die Differenz zu den empfohlenen S\u00e4tzen ist allerdings auch gr\u00f6\u00dfer. In der A-Kategorie bekomme ich im Schnitt 95 \u20ac \u201ezu wenig\u201c, in der Kategorie C sind es nur 65 \u20ac. Generell muss man aber sagen, dass diese Zahlen wenig Aussagekraft haben, solange es diese gro\u00dfe Streuung bei den Werten gibt. Ich spiele als Aushilfe ja nicht bei allen Klangk\u00f6rpern deutschlandweit, sondern in der Regel regional begrenzt. Wenn ich das Pech habe, eine Region zu erwischen, in der nur 60 \u20ac pro Probe gezahlt wird, kann es mir herzlich egal sein, ob es ein A-, B-, C,- oder Y-Orchester ist. Und das f\u00fchrt uns direkt zum n\u00e4chsten Punkt:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"bundeslaender\">Ob man seinen Lebensunterhalt von Aushilfshonoraren bestreiten kann, h\u00e4ngt weniger vom Renommee des Klangk\u00f6rpers ab, sondern eher vom Bundesland.<\/h3>\n\n\n\n<p>Angenommen, ich w\u00e4re eine junge Musikerin, h\u00e4tte gerade mein Studium abgeschlossen und wollte nun mit meiner Karriere als freie Orchestermusikerin so richtig durchstarten. Welchen Tipp sollte ich da beherzigen? Mein erster Gedanke: Lass es sein! Aber Spa\u00df (bzw. bitterer Ernst) bei Seite: Die beste Empfehlung, die man in so einer Situation geben k\u00f6nnte, w\u00e4re, nach <strong>NRW<\/strong> zu ziehen. <strong>Dort zahlen die Klangk\u00f6rper im Schnitt 315,69 \u20ac f\u00fcr eine Probe plus eine Auff\u00fchrung.<\/strong> Das ist deutschlandweit der zweitbeste Wert, der nur vom Saarland \u00fcbertroffen wird. Dort wurde allerdings nur ein Orchester gewertet, was die Karrierechancen wieder mindern d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<p><iframe title=\"Bundesl\u00e4nder\" src=\"https:\/\/app.23degrees.io\/embed\/ZsNr2MxiEtxVp4tc-atlas-bundeslaender\" allow=\"fullscreen\" style=\"padding:5px 0!important; width:100%!important; height:85vh!important; min-height:360px!important; max-height:1200px!important; border:1px solid black\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n\n\n\n<p>Eher nicht so klug w\u00e4re es, nach <strong>Mecklenburg-Vorpommern<\/strong> zu ziehen. <strong>Dort erhalten alle vier Orchester eine rote Wertung.<\/strong> Jetzt k\u00f6nnte man einwenden, dass niemand, der noch ganz richtig im Kopf ist, alleine von Orchesteraushilfen leben k\u00f6nnen wollte. Die meisten Musiker*innen verdienen ihren Lebensunterhalt sowieso mit verschiedenen T\u00e4tigkeiten, zum Beispiel durch Unterricht, stimmt&#8217;s? In der Realit\u00e4t ist das sicher so \u2013 aber nicht, wenn es nach der Musikhochschule Rostock geht, der einzigen in MV. <a href=\"https:\/\/www.hmt-rostock.de\/aktuelles-service\/medieninformationen\/detail\/n\/neuer-studiengang-instrumental-und-gesangspaedagogik-new65c378bf217f0415911904\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dort kann man erst ab dem Wintersemester 2024\/25 \u00fcberhaupt IP (Instrumentalp\u00e4dagogik) studieren, und das auch nur in den F\u00e4chern Klavier und Gitarre<\/a>. Alle Orchesterinstrumente kann man nach wie vor nur k\u00fcnstlerisch studieren, also mit dem Berufsziel Orchestermusiker*in oder Solist*in. F\u00fcr die Musikschulen des Bundeslandes bleiben nur die Solist*innen, die irgendwie autodidaktisch zuf\u00e4llig begnadete P\u00e4dagog*innen sind, und die Schulmusiker*innen, die sich nach der ersten gro\u00dfen Pause im Referendariat doch dazu umentschieden haben, an die Musikschule zu wechseln. Alle anderen werden in den Kampf um die wenigen festen Orchesterstellen geworfen. Wer dort nichts abbekommt, landet auf dem Aushilfenmarkt. Na dann viel Erfolg!<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vergleich zu <strong>Th\u00fcringen<\/strong> sind die Verh\u00e4ltnisse in MV noch fast paradiesisch. Von den neun Orchestern erreicht zwar immerhin das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera eine gelbe Wertung, alle anderen sind aber rot. <strong>In fast allen im Text genannten Kategorien landet Th\u00fcringen im L\u00e4ndervergleich auf dem letzten Platz.<\/strong> Besonders schlimm ist der Vergleich in meinem Rechenbeispiel \u201eKonzerteinspringer\u201c (eine Probe plus eine Auff\u00fchrung). F\u00fcr diese Konstellation bekommt man im Bundesdurchschnitt ca. 270 \u20ac, in Th\u00fcringen nur 186,88 \u20ac. Das sind lediglich 60% der unisono-Empfehlungen, w\u00e4hrend es im Bundesdurchschnitt 76% sind. Das einzige A-Orchester in Th\u00fcringen \u2013 die Staatskapelle Weimar \u2013 ist in der Wertung nicht enthalten. Doch man sollte nicht zu viele Hoffnungen darauf setzen, dass Weimar die Statistik noch rausrei\u00dft. <a href=\"https:\/\/www.thueringer-allgemeine.de\/kultur\/article224751359\/Staatskapelle-Weimar-zahlt-am-besten.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2018 wurden dort laut Th\u00fcringer Allgemeine noch 120 \u20ac bis 150 \u20ac f\u00fcr eine Auff\u00fchrung gezahlt<\/a>. Mit den 120 \u20ac l\u00e4ge Weimar bei 50% der aktuellen unisono-Empfehlungen, was deutschlandweit den vorletzten Platz bedeuten w\u00fcrde. Die Annahme, dass Weimar auch heute noch so zahlt, ist nicht so weit her geholt, wie man vielleicht denkt. Die anderen Orchester, die damals gefragt wurden, zahlen heute gr\u00f6\u00dftenteils das gleiche.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die anderen Th\u00fcringer Orchester belegen in der Wertung \u201e% der unisono-Empfehlungen f\u00fcr eine Probe plus eine Auff\u00fchrung\u201c \u00fcbrigens die Pl\u00e4tze 121, 119, 118, 117, 107, 106, 97 und 60 (von 122 Klangk\u00f6rpern).<\/strong> Viele der Orchester schneiden auch deshalb so schlecht ab, weil sie zwar S\u00e4tze wie ein knauseriges C-Orchester zahlen, tats\u00e4chlich aber in die Kategorie B fallen. Dies ist in Erfurt, Gotha\/Eisenach, Nordhausen\/Sondershausen, Jena und Meiningen der Fall. Erfurt und Jena fallen sogar in die Kategorie B mit Fu\u00dfnote, was bedeutet, dass sie noch etwas besser gestellt sind als ein B-Orchester. <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/thueringen\/mitte-thueringen\/erfurt\/theater-vorwuerfe-missbrauch-uebersicht-kultur-news-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gerade in Erfurt sollte man vielleicht nochmal nachrechnen, wie viel negative PR man sich eigentlich noch leisten kann<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"ausreisser\">Es gibt tats\u00e4chlich Klangk\u00f6rper, die weniger als 50% der ohnehin schon niedrigen unisono-Empfehlungen zahlen.<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/uni-sono.org\/magdeburg-magdeburgische-philharmonie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"376\" src=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Magdeburg-Ampel.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3017\" srcset=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Magdeburg-Ampel.png 400w, https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Magdeburg-Ampel-300x282.png 300w, https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Magdeburg-Ampel-80x75.png 80w\" sizes=\"auto, (max-width:767px) 400px, 400px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/uni-sono.org\/erfurt-philharmonisches-orchester-erfurt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"376\" src=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Erfurt-Ampel.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3018\" srcset=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Erfurt-Ampel.png 400w, https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Erfurt-Ampel-300x282.png 300w, https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Erfurt-Ampel-80x75.png 80w\" sizes=\"auto, (max-width:767px) 400px, 400px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Fangen wir diesen Abschnitt mit einem positiven Beispiel an: Die Magdeburger Philharmonie ist wie Erfurt ein B-Orchester mit Fu\u00dfnote. Am Theater Magdeburg wird wie in Erfurt neben dem Konzertbetrieb Musiktheater (landl\u00e4ufig als Oper bekannt) dargeboten. Wie Erfurt liegt Magdeburg in einem Bundesland, das nicht gerade f\u00fcr Strukturst\u00e4rke bekannt ist. Wie Erfurt ist Magdeburg die Landeshauptstadt. \u00c4hnliche Voraussetzungen also, k\u00f6nnte man meinen. Doch wie ist es dann zu erkl\u00e4ren, dass in Erfurt 60 \u20ac \/ 100 \u20ac gezahlt werden, in Magdeburg aber mit 150 \u20ac \/ 225 \u20ac mehr als das doppelte? Ehrlich gesagt klingen die Zahlen aus Magdeburg schon fast zu gut, um wahr zu sein. <strong>Damit w\u00e4re Magdeburg das einzige Orchester deutschlandweit, was mehr als die von unisono empfohlenen S\u00e4tze zahlt.<\/strong> Klar, wenn man vern\u00fcnftige Honorarstandards anwenden w\u00fcrde, l\u00e4ge auch Magdeburg im roten Bereich. Aber bei all diesen negativen Ergebnissen muss man ja das wenige positive herausstreichen!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Beispiel aus Magdeburg nimmt auch allen anderen Klangk\u00f6rpern die Argumentationsbasis f\u00fcr die Behauptung, solche S\u00e4tze seien ja gar nicht m\u00f6glich. Wo ein Wille ist, ist offensichtlich auch ein Weg! Ein Orchester wie <strong>Erfurt<\/strong>, was 60 \u20ac f\u00fcr eine Probe zahlt, tut dies ganz bewusst. Budgetknappheit mag eine gewisse Rolle spielen, aber man muss auch schauen, wie diese Knappheit zustande kommt. Letztendlich handelt es sich um eine finanzielle Priorisierung, die in Kauf nimmt, dass Aushilfen so schlecht bezahlt werden. Alleine f\u00fcr diesen Vergleich ist es gut, dass es die Aushilfenampel gibt. Aber genug Dresche f\u00fcr Erfurt, es gibt schlie\u00dflich noch andere schwarze Schafe.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p>Sowohl unisono als auch 121 von 122 Klangk\u00f6rpern in Deutschland sind der Meinung, dass eine Auff\u00fchrung mit einem h\u00f6heren Satz zu verg\u00fcten sei, als eine Probe. Dar\u00fcber kann man sicher streiten, aber ich denke, wir k\u00f6nnen hier von einem gewissen Konsens sprechen. Nur beim Preu\u00dfischen Kammerorchester Prenzlau hat man davon wohl noch nicht geh\u00f6rt. <strong>Egal ob Probe oder Auff\u00fchrung \u2013 in Prenzlau bekommt man immer 75 \u20ac in die Hand gedr\u00fcckt.<\/strong> Dass dies sowohl prozentual wie auch in absoluten Zahlen der letzte Platz bei den Auff\u00fchrungss\u00e4tzen ist, sollte klar sein. Es handelt sich zwar um ein Orchester ohne Tarifvertrag, trotzdem frage ich mich, was das soll. Solche S\u00e4tze sind an Geringsch\u00e4tzung f\u00fcr die k\u00fcnstlerische Arbeit der Aushilfen kaum zu \u00fcberbieten. Immerhin: So l\u00e4sst sich leichter ausrechnen, welches Honorar man f\u00fcr ein Projekt erh\u00e4lt!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, ich habe es schon erw\u00e4hnt: Erfurt schneidet ziemlich schlecht ab. Platz 121 von 122 bei der kombinierten Wertung lassen eigentlich nur eine Frage offen: Wer schneidet denn bittesch\u00f6n noch schlechter ab? And the winner is: <strong>Der Rundfunkchor Berlin<\/strong>! Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zu 60 \u20ac f\u00fcr eine Probe und 120 \u20ac f\u00fcr eine Auff\u00fchrung. F\u00fcr diese S\u00e4tze m\u00fcsste sich eigentlich schon ein D-Orchester sch\u00e4men, doch dieser Chor f\u00e4llt tats\u00e4chlich in die Kategorie A! Bei den Auff\u00fchrungss\u00e4tzen liegt der Chor prozentual auf dem vorletzten Platz, bei den Probens\u00e4tzen musste ich extra die neue Kategorie \u201eweniger als 40% der Empfehlung\u201c schaffen. Generell f\u00e4llt auf, dass die sechs erfassten Ch\u00f6re sehr schlecht oder kurios zahlen. Die Ch\u00f6re des bayerischen Rundfunks und des MDR schneiden nur knapp besser ab als Berlin, w\u00e4hrend das SWR-Vokalensemble mit 270 \u20ac den mit Abstand besten Auff\u00fchrungssatz zahlt. Eine gr\u00fcne Wertung erh\u00e4lt der SWR trotzdem nicht, da der Probensatz zu niedrig ist. Der bereits oben erw\u00e4hnte RIAS-Chor aus Berlin ist der einzige Klangk\u00f6rper, bei dem der Probensatz im roten und der Auff\u00fchrungssatz im gr\u00fcnen Bereich liegt. Lediglich das NDR Vokalensemble aus Hamburg bekommt eine normal-langweilige gelbe Wertung. Wie solche ungleichen S\u00e4tze bei \u00e4hnlichen Voraussetzungen zustande kommen, ist mir v\u00f6llig unklar.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/uni-sono.org\/prenzlau-preussisches-kammerorchester\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"376\" src=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Prenzlau-Ampel.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3020\" srcset=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Prenzlau-Ampel.png 400w, https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Prenzlau-Ampel-300x282.png 300w, https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Prenzlau-Ampel-80x75.png 80w\" sizes=\"auto, (max-width:767px) 400px, 400px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/uni-sono.org\/berlin-rundfunkchor-berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"376\" src=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Rundfunkchor-Berlin-Ampel.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3022\" srcset=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Rundfunkchor-Berlin-Ampel.png 400w, https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Rundfunkchor-Berlin-Ampel-300x282.png 300w, https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Rundfunkchor-Berlin-Ampel-80x75.png 80w\" sizes=\"auto, (max-width:767px) 400px, 400px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Out-of-order-Ampel.png\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"272\" height=\"321\" src=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Out-of-order-Ampel.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3025\" style=\"width:229px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Out-of-order-Ampel.png 272w, https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Out-of-order-Ampel-254x300.png 254w, https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Out-of-order-Ampel-64x75.png 64w\" sizes=\"auto, (max-width:767px) 272px, 272px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der Prozent-Bereich, in dem man liegen muss, um eine gelbe Wertung zu bekommen, liegt ja bei 70 bis 90%. Vielleicht sollte man dieselbe Spanne f\u00fcr die rote Wertung \u00fcbernehmen, also 50 bis 70%. Wir br\u00e4uchten dann eine neue Kategorie f\u00fcr alle, die darunter liegen. Wie w\u00e4re es mit Schwarz? Auf dieser \u201eBlacklist\u201c landen dann folgende Klangk\u00f6rper:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Berlin \u2013 Rundfunkchor Berlin (P: 37,50%; A: 50%; \u2300: 43,75%)<\/li>\n\n\n\n<li>Erfurt \u2013 Philharmonisches Orchester Erfurt (P: 42,86%; A: 52,63%; \u2300: 47,74%)<\/li>\n\n\n\n<li>Konstanz \u2013 S\u00fcdwestdeutsche Philharmonie (P: 46,43%; A: 52,63%; \u2300:49,53%)<\/li>\n\n\n\n<li>M\u00fcnchen \u2013 Chor des Bayerischen Rundfunks (P: 46,88%; 62,08%; \u2300:54,48%)<\/li>\n\n\n\n<li>Prenzlau \u2013 Preu\u00dfisches Kammerorchester (P: 65,22%; A: 45,45%; \u2300: 55,34%)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"alternativeempfehlungen\">W\u00fcrde man die Empfehlungen des Deutschen Musikrats f\u00fcr 2025 als Richtwert nehmen, erhielten alle Klangk\u00f6rper eine rote Wertung. Unisono hat diese Empfehlungen mit ausgearbeitet.<\/h3>\n\n\n\n<p>Unisono sind nicht die Einzigen, die Honorarempfehlungen herausgeben. Im Prinzip meldet sich jeder Verband, der etwas mit Musik zu tun hat, gelegentlich zu Wort, um teils realistische, teils v\u00f6llig utopische Werte zu ver\u00f6ffentlichen. F\u00fcr diese Analyse habe ich mir die M\u00fche gemacht, die Aushilfss\u00e4tze mit diesen alternativen Empfehlungen zu vergleichen. Das ist nicht ganz einfach, da unisono noch nach Proben- und Auff\u00fchrungssatz trennt, w\u00e4hrend fast alle anderen mit Tagess\u00e4tzen rechnen. Es ist auch nicht immer klar, was genau ein Tagessatz beinhalten soll. Bei ihren Empfehlungen f\u00fcr freie Musikprojekte trennt unisono zwischen einem Probensatz und einem \u201eTagessatz (inkl. Konzert)\u201c. Ich w\u00fcrde das so verstehen, dass eigentlich immer der Tagessatz gilt, aber an Tagen, an denen nur eine Probe stattfindet, auch der Probensatz zur Anwendung kommen kann. Der Deutsche Musikrat erkl\u00e4rt zwar in seinen Honorarempfehlungen, dass ein Probensatz eine Probe und ein Tagessatz zwei Proben, GP plus Auff\u00fchrung oder Anspielprobe plus Auff\u00fchrung bedeuten kann, er empfiehlt aber keinen separaten Probensatz. Da in dieser Erkl\u00e4rung der Fall, dass man nur eine Auff\u00fchrung ohne Probe an einem Tag hat, nicht vorkommt, kann ich nur vermuten, dass dann ebenfalls der Tagessatz gilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe selbst nie f\u00fcr Tagess\u00e4tze gespielt, da das bei Berufsorchestern nicht \u00fcblich ist. Von anderen Musiker*innen habe ich aber erfahren, dass manchmal auch Tagess\u00e4tze gezahlt werden, wenn nur eine Probe pro Tag stattfindet. Die Verwirrung ist also mal wieder gro\u00df! Ich habe daher in meiner Analyse nur Probens\u00e4tze und das Rechenbeispiel \u201eKonzerteinspringer\u201c (eine Probe plus eine Auff\u00fchrung) verglichen. Beim Rechenbeispiel habe ich zwei F\u00e4lle unterschieden: 1. Probe und Auff\u00fchrung finden an einem Tag statt, dann wird das kombinierte Honorar mit einem Tagessatz verglichen, und 2. Probe und Auff\u00fchrung finden an zwei Tagen statt, dann wird das kombinierte Honorar mit einem Tagessatz plus \u2013 je nach Empfehlung \u2013 einem Probensatz, einem halben Tagessatz oder einem dreifachen Stundensatz verglichen. Das klingt kompliziert \u2013 ist es auch. Ich halte dieses Durcheinander bei der Bezahlung und die damit verbundene fehlende Vergleichbarkeit f\u00fcr einen der Gr\u00fcnde, warum die Honorare oft so niedrig sind. Habe ich jetzt gut verdient, wenn ich an einem Tag 300 \u20ac bekommen habe? Wenn ich zu Fu\u00df in den Probenraum gehen kann, da mal eben schnell in zehn Minuten meine einzige Passage in der ganzen Oper runterrei\u00dfen kann und daf\u00fcr 80 \u20ac bekomme, ist das doch kein schlechter Stundenlohn, oder? Niemand blickt da wirklich durch!<\/p>\n\n\n\n<p><iframe title=\"Alternative Empfehlungen\" src=\"https:\/\/app.23degrees.io\/embed\/MkkeJ4UNmfhUvTqo-atlas-alternative-empfehlungen\" allow=\"fullscreen\" style=\"padding:5px 0!important; width:100%!important; height:85vh!important; min-height:360px!important; max-height:1024px!important; border:1px solid black\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n\n\n\n<p>Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, kann man sagen, dass die unisono-Empfehlungen \u00e4u\u00dferst gro\u00dfz\u00fcgig f\u00fcr die Auftraggeberseite sind. Ich bin kein Jurist. Mit welchen Spitzfindigkeiten man jetzt belegen k\u00f6nnte, dass die von mir verglichenen Empfehlungen ja gar nicht auf die Berufsorchester und -ch\u00f6re zutr\u00e4fen, kann ich nicht beurteilen. Ob die Berufsorchester und -ch\u00f6re unter die angek\u00fcndigte Regelung fallen, dass in Zukunft <a href=\"https:\/\/miz.org\/de\/nachrichten\/bund-fuehrt-honoraruntergrenzen-fuer-die-kulturfoerderung-ein\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">F\u00f6rdermittel davon abh\u00e4ngen, ob man sich an Honorarstandards h\u00e4lt<\/a>, wei\u00df ich auch nicht. Ich bin der Meinung, dass sich bei Probens\u00e4tzen von 60 \u20ac eigentlich jegliche Diskussion er\u00fcbrigt. Aber das sehen viele Klangk\u00f6rper offenbar anders. W\u00fcrde man andere Honorar-Empfehlungen als Basis f\u00fcr die Aushilfenampel nehmen, w\u00fcrde schnell ganz Deutschland rot sehen. Der f\u00fcr 2025 vom Deutschen Musikrat empfohlene Tagessatz von 675 \u20ac w\u00fcrde auch dann zu keiner einzigen gelben Wertung f\u00fchren, wenn die Probe und die Auff\u00fchrung an einem Tag stattfinden w\u00fcrden. Das SWR Vokalensemble ist in der Kategorie \u201eProbe plus Auff\u00fchrung in \u20ac\u201c dank ihres absurden Auff\u00fchrungssatzes der Spitzenreiter. Und selbst sie k\u00e4men nur auf 60,74% der Empfehlungen \u2013 also rund 10% unter der Grenze zur gelben Wertung. Nur zw\u00f6lf Klangk\u00f6rper w\u00fcrden mehr als 50% zahlen. Alle anderen kommen ab 2025 auf meine Blacklist. Die Pointe dabei? Unisono war an der Ausarbeitung dieser S\u00e4tze beteiligt. Ich habe unisono nach der gro\u00dfen Diskrepanz zwischen ihren S\u00e4tzen und den Empfehlungen des DMR gefragt \u2013 die Antwort steht noch aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"diagrammeundtabellen\">Zus\u00e4tzliche Diagramme und Tabellen<\/h3>\n\n\n\n<p>Wer jetzt noch nicht genug hat von Prozentwerten, Tabellen und Diagrammen, kann sich gerne mal durch alles klicken, was ich im Text nicht mehr unterbringen konnte. Die Rohdaten kann man sich hier herunterladen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Analyse-Aushilfenampel.xls\">Analyse der Aushilfenampel.xls<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Analyse-Aushilfenampel.ods\">Analyse der Aushilfenampel.ods<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ich werde versuchen, die Datei mit den Rohdaten aktuell zu halten, falls sich doch noch der ein oder andere Klangk\u00f6rper dazu entschlie\u00dft, seine S\u00e4tze an ein Niveau anzugleichen, das wenigsten ein bisschen Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die Arbeit der Aushilfen zeigt. Dazu m\u00f6chte ich gerne abschlie\u00dfend noch einmal unisono zitieren:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Aushilfen m\u00fcssen f\u00fcr Ihren Einsatz sehr gut vorbereitet sein und sich perfekt in den Klangk\u00f6rper integrieren k\u00f6nnen. F\u00fcr diese anspruchsvollen T\u00e4tigkeiten m\u00fcssen sie angemessen honoriert werden. Freischaffende, die Ihren Lebensunterhalt \u00fcberwiegend mit Aushilfsleistungen finanzieren, m\u00fcssen davon leben k\u00f6nnen.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><iframe title=\"Analyse der Aushilfenampel\" src=\"https:\/\/app.23degrees.io\/embed\/QCMY2VroFb9Owbhz-report-analyse-der-aushilfenampel\" allow=\"fullscreen\" style=\"padding:5px 0!important; width:100%!important; height:85vh!important; min-height:360px!important; max-height:2000px!important; border:1px solid black\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h4>\n\n\n\n<p>Alle Daten stammen aus der Aushilfenampel von unisono: <a href=\"https:\/\/uni-sono.org\/aushilfenampel\/\">https:\/\/uni-sono.org\/aushilfenampel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Mindesthonorare f\u00fcr Aushilfen in Orchester und Rundfunkch\u00f6ren sowie die Mindesthonorare f\u00fcr freie Musikprojekte von unisono k\u00f6nnen hier abgerufen werden: <a href=\"https:\/\/uni-sono.org\/projekte-kampagnen\/mindest-und-aushilfenhonorare\/\">https:\/\/uni-sono.org\/projekte-kampagnen\/mindest-und-aushilfenhonorare\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die alternativen Honorarempfehlungen k\u00f6nnen hier eingesehen bzw. berechnet werden:<\/p>\n\n\n\n<p>DTKV BW: <a href=\"https:\/\/www.dtkv-bawue.de\/post\/7-auflage-der-honorarstandards-des-tkv-baden-wuerttemberg-2023\">https:\/\/www.dtkv-bawue.de\/post\/7-auflage-der-honorarstandards-des-tkv-baden-wuerttemberg-2023<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>ver.di: <a href=\"https:\/\/www.basishonorare.de\/\">https:\/\/www.basishonorare.de\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Deutscher Musikrat: <a href=\"https:\/\/www.musikrat.de\/media\/aktuelles\/meldung\/fuer-ein-faires-und-funktionierendes-system\">https:\/\/www.musikrat.de\/media\/aktuelles\/meldung\/fuer-ein-faires-und-funktionierendes-system<\/a><br>Die Beteiligung unisonos wird im PDF-Anhang erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Anmerkungen<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Position von unisono<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich bin in Kontakt mit unisono und habe ihnen die im Text genannten Fragen gestellt. Sobald unisono die Fragen beantwortet, werde ich das im Text vermerken. Ich habe sie auch auf kleinere Fehler (z.B. Rechtschreibfehler oder fehlerhafte Links) hingewiesen. Unisono hat freundlicherweise ein paar davon direkt korrigiert. Bei der n\u00e4chsten Aktualisierung der Analyse werde ich alle Korrekturen in den eingebetteten Diagrammen \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Einstufung der Klangk\u00f6rper<\/h4>\n\n\n\n<p>Nicht alle Klangk\u00f6rper nutzen den <em>Tarifvertrag f\u00fcr die Musiker in Konzert- und Theaterorchestern<\/em> (TVK) A, B, C oder D. Es gibt Klangk\u00f6rper, die einen Haustarifvertrag nutzen. Dies trifft unter anderem auf alle Rundfunkklangk\u00f6rper zu, die von unisono automatisch der Kategorie A und den damit verbundenen Aushilfss\u00e4tzen zugerechnet werden. Bei anderen Klangk\u00f6rpern mit Haustarifvertrag oder ohne Tarifvertrag ist die Zuordnung nicht eindeutig. Abweichungen in dieser Analyse sind also m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nicht erfasste Klangk\u00f6rper<\/h4>\n\n\n\n<p>Zum Zeitpunkt dieser Analyse waren f\u00fcr 14 Klangk\u00f6rper keine Werte verf\u00fcgbar. Elf wurden von unisono der Kategorie \u201eaktuell ohne Werte\u201c zugeordnet. Die Unterseiten der Bochumer Symphoniker und des Philharmonischen Orchesters Hagen waren nicht abrufbar, waren aber als \u201eGelb\u201c eingruppiert. Die Neue Philharmonie Westfalen Recklinghausen\/Gelsenkirchen war ebenfalls unter \u201eGelb\u201c eingruppiert, wies aber keine Werte auf. Da die Werte dieser drei Orchester somit nicht \u00fcberpr\u00fcfbar waren, habe ich sie aus der Analyse ausgenommen und in die Kategorie \u201ekeine Angaben\u201c eingruppiert. <strong>Erg\u00e4nzung<\/strong>: Auf meinen Hinweis hin hat unisono die beiden Links korrigiert, sodass die Werte wieder abrufbar sind. Ich werde sie zu gegebener Zeit in die Analyse einf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Validit\u00e4t der Angaben<\/h4>\n\n\n\n<p>Die f\u00fcr diese Analyse verwendeten Aushilfshonorare stammen ausschlie\u00dflich von der unisono-Homepage. Dort wird nicht erw\u00e4hnt, wie diese Werte zustande kommen und ob sie von den freien Musiker*innen oder den Klangk\u00f6rpern selbst erhoben wurden. Bei einzelnen Werten ist es wahrscheinlich, dass es sich um nicht mehr aktuelle Angaben handelt. F\u00fcr die Richtigkeit der Werte und den daraus resultierenden Schlussfolgerungen kann ich also nicht garantieren. Sollte sich in Zukunft etwas an den Werten auf der unisono-Homepage \u00e4ndern, werde ich die Analyse nur dann aktualisieren, wenn sich am Gesamtbild etwas grundlegend ge\u00e4ndert hat.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Klangk\u00f6rper, die zwei Bundesl\u00e4ndern zugerechnet werden<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Vogtland Philharmonie Greiz Reichenbach und die Deutsche Radio Philharmonie Saarbr\u00fccken-Kaiserslautern werden zwei Bundesl\u00e4ndern zugerechnet. F\u00fcr die Statistiken, die die Verteilung der Werte nach Bundesland angeben, wurden diese Orchester daher zweimal gewertet. Daraus ergibt sich in diesen Statistiken eine um zwei abweichende Gesamtzahl der Klangk\u00f6rper. In den Statistiken, die eine deutschlandweite Auswertung angeben, wurden sie nur einmal gez\u00e4hlt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich habe ich schon einmal einen Beitrag \u00fcber die Aushilfenampel geschrieben. Darin habe ich mich \u00fcber das generell schlechte Abschneiden der Orchester und Ch\u00f6re bei der Bezahlung der freien Musiker*innen aufgeregt und beispielhaft ein Orchester, bei dem ich selbst oft gespielt habe, herausgepickt. 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