{"id":861,"date":"2018-05-05T21:45:38","date_gmt":"2018-05-05T19:45:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/?p=861"},"modified":"2019-09-14T11:01:52","modified_gmt":"2019-09-14T09:01:52","slug":"die-chromatische-harfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/vermischtes\/nicht-nur-harfenduo\/die-chromatische-harfe\/","title":{"rendered":"Die chromatische Harfe"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich gefragt wurde, wie denn eine chromatische Harfe klingt, musste ich mich selbst erst mal schlau machen. Im Museum hatte ich schon welche gesehen, oder im Zusammenhang mit historischer Auff\u00fchrungspraxis schon eine geh\u00f6rt. Aber dass es eine aktive Community moderner chromatischer Harfenisten gibt, war mir auch neu!<br \/>\nNachdem die Firma Pleyel in den 30er Jahren ihre Produktion chromatischer Harfen im Pedalharfenformat eingestellt hatte, gab es erst einmal eine Flaute in der Szene. Amerikanische Harfenbauer bauten schlie\u00dflich eine kleinere Version neu, die eher an die existierenden Folk-Harfen angelehnt war. Das machte die Harfen g\u00fcnstiger und leichter zu bauen, sodass sich mehr Harfenisten auf dieses Experiment einlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Heute ist eine der gr\u00f6\u00dften Communitys f\u00fcr chromatische Harfe in Deutschland. Das liegt am Harfenisten Christoph Pampuch, der vielen durch seine umfangreichen Publikationen f\u00fcr keltische Harfe bekannt sein d\u00fcrfte. Er entwarf eine neue chromatische Harfe, bei der die T\u00f6ne in den \u00fcberkreuzten Saitenreihen so angeordnet sind, dass sie keine Tonart speziell bevorzugen. Die Anordnung der T\u00f6ne ist an die des Hackbretts angelehnt und wurde von der &#8222;Klangwerkstatt&#8220; des Harfenbauers Andr\u00e9 Schubert umgesetzt. Seitdem interessieren sich nicht nur Musiker aus der Alten Musik, sondern auch Jazzer und viele andere f\u00fcr dieses interessante Instrument!<\/p>\n<p>Ob man es sich antut, nicht nur eine, sonder gleich zwei Reihen gekreuzter Saiten beherrschen zu wollen&#8230; nach dem Genuss dieser Videos von der Harfenistin Mirjam Rietberg muss man sagen: Wow! Schon immer juckt es uns als Harfenduo in den Fingern, Chopin zu spielen. Aber selbst zu zweit sind viele St\u00fccke auf der Pedalharfe nicht spielbar. Auf der chromatischen Harfe dagegen kann man solche anspruchsvollen Werke der Klavierliteratur spielen.\u00a0 Als Pedalharfenistin stellen sich mir die Nackenhaare auf, wenn ich solche chromatischen Passagen h\u00f6re&#8230; beneidenswert!<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr viele moderne Kompositionen ist diese Harfe wunderbar geeignet, z.B. f\u00fcr diesen bekannten Tango von Astor Piazzolla.<br \/>\n(Sollten Sch\u00fclerinnen von mir diesen Beitrag lesen: Diese Spielweise mit den hochgezogenen Fingern und den tiefen Daumen, wie in diesem Video zu sehen, ergibt sich aus der Bauweise der \u00fcberkreuzten Saitenreihen und ist auf &#8222;normalen&#8220; Harfen bei Todesstrafe verboten!!! \ud83d\ude09 )<br \/>\nWer jetzt noch nicht vom Nutzen zweier gekreuzter Saitenreihen \u00fcberzeugt ist, dem kann ich abschlie\u00dfend nur noch das hier ans Herz legen: Das Intro der Sendung mit der Maus auf chromatischer Harfe!<\/p>\n<h4>Eure Laura<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich gefragt wurde, wie denn eine chromatische Harfe klingt, musste ich mich selbst erst mal schlau machen. 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