Piazzolla auf Burg Bodenstein

Am letzten Wochenende hatten wir ein Konzert auf Burg Bodenstein. Die mittelalterliche Burg liegt im nördlichen Eichsfeld direkt an der thüringisch-niedersächsischen Grenze. Der Konzertsaal dort ist klein, aber fein, und man hat eine fantastische Aussicht über das Tal.
Da wir zwischen unseren Tourneen stecken, haben wir ein Mischprogramm gespielt, also quasi „Ravel vs Debussy vs Ángel vs Diablo“ 😉

Nach der Suite bergamasque und Ma mère l’oye hatten wir also unsere Premiere mit den beiden Piazzolla-Suiten aus unserem neuen Programm. Die Serie del Ángel kam ausgesprochen gut an – die zögerliche Vorstellung des Engels, die intime Milonga, sein wilder Tod und seine strahlende Wiederauferstehung bilden ein rundes Gesamtkunstwerk.

Obwohl es auch in La Muerte del Ángel ganz schön zur Sache geht, ist die Serie del Diablo noch deutlich experimenteller. Auf klingende Harmonien und Melodien verzichtet Piazzolla hier weitgehend zugunsten von teuflisch anmutenden Geräuscheffekten. Wir haben uns in unserem Arrangement bemüht, das wie vom Komponisten beabsichtigt möglichst diabolisch zu gestalten – offensichtlich mit Erfolg! So mancher im Publikum hatte sich wohl etwas anderes unter „Harfenduo“ vorgestellt und wirkte leicht befremdet von diesen schrägen Klängen. Für eine Zugabe hat der Applaus aber gereicht, und so konnten wir das Publikum mit dem Libertango wieder versöhnen.

Hier posten wir zu Einstimmung auf Piazzolla zwei Versionen seines berühmten Libertango: Einmal von zwei klassischen MusikerInnen in einer Bearbeitung für Akkordeon und Harfe und einmal in einer ungewöhnlichen Variante von der Sängerin und Performance-Künstlerin Grace Jones.

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